Realistische Not- und Unfalldarstellung
Was heißt Realistische Notfalldarstellung?
Die Aufgaben der €€žRealistischen Notfalldarstellung€€œ sind, Notfallgeschehen möglichst realistisch und detailgetreu wiederzugeben, indem sie z.B. die Verletzungen schminken. Dabei werden unter anderem Mimen eingesetzt, die mögliche Verletzungsmuster und das dementsprechende Verhalten von Verletzten und Kranken sehr wirklichkeitsgetreu darstellen. Das alles soll die Helfer des DRK/JRK auf die verschiedensten Situationen der Ersten Hilfe vorbereiten und helfen die richtigen Entscheidungen für eine wirkungsvolle Erste Hilfe zu treffen.
Die Gruppe Konz
Im Jahre 2000 rief der Ortsverein Konz des Deutschen Roten Kreuzes ihren Mimtrupp in Realistischer Notfalldarstellung ins Leben. Anfänglich bestand diese Gruppe lediglich aus drei engagierten Mitgliedern, die es verstanden ihr Können schnell zu verbessern und keine Möglichkeit ausließen, sich weiterzubilden. Mit viel Spaß und Experimentierfreude weckten die Drei schnell das Interesse vieler anderer und schon bald war die Gruppe auf 16 Mitglieder herangewachsen. Innerhalb der Gruppenstunden, welche am jeweils 1. Samstag im Monat stattfinden, übt sich unser Schminkteam im Umgang mit Theaterschminke, Kunstblut und dem allgemeinen herzaubern der unterschiedlichsten Verletzungen. Doch damit nicht genug, kommt doch auch großer Spaß dabei auf, die Darstellung der Verwundeten zu üben und somit auch das eigene schauspielerische Talent unter Beweis zu stellen. Wer nun denkt, das alles würde nur versteckt im Hinterhof geschehen, der täuscht sich. Mittlerweile ist das Einsatzgebiet weit gefächert und so wird z.B. bei kleinen, sowie großen Übungen oder gar für Fernsehauftritte von uns geschminkt.
Wer sich all das gerne ansehen und selber mitmachen möchte, ist herzlichst willkommen. Schaut einfach am 1. Samstag im Monat im DRK-Haus in Konz vorbei und lasst euch überraschen.
Die Geschichte der Notfalldarstellung
Die €€žRealistische Notfalldarstellung€€œ entstand jedoch nicht einfach aus einer Laune heraus, sondern aus einer zwingenden Notwendigkeit. Man stellte damals, im zweiten Weltkrieg, fest, dass die Sanitätshelfer bei weitem nicht ausreichend ausgebildet und vorbereitet waren. Sie hielten dem Anblick eines Verwundeten / Verletzten nicht stand und waren somit nicht in der Lage am Verletzten erfolgreiche Hilfe zu leisten.
Die britische Armee kam aus dieser Erfahrung heraus zu dem Schluss, dass es hilfreich sein könnte, wenn die Sanitäter im Vorfeld die Versorgung verschiedener Verletzungen anhand Berufsschauspielern üben und erlernen würden, um sich so auch in gewisser Form an den Anblick zu gewöhnen.
Aus dieser unbedingt notwenigen und neuen Ausbildungsmethode trugen sich ca. 1944 mit der Zeit immer mehr Fortschritte und sichtbare Erfolge hervor. 1944 wurden in Dänemark, Großbritannien und in der Schweiz die ersten Unterlagen und Hilfsmittel gefertigt, die Verletzungen und Wunden noch detailreicher und genauer darstellten. In Frankreich geschah dies erst 1950 und in Schweden noch weitere drei Jahre später.
In Deutschland hantierte man bis etwa 1950 nur mit Verletztenanhängekarten. Erst 1951 wurden Kontakte zum Britischen Roten Kreuz geknüpft, wodurch ein gezielteres Lernen anhand Gummiattrappen, welche an den Körper der Mimen geklebt oder festgebunden wurden, ermöglicht wurde. Erst später kamen Experimente mit Schminkmaterial hinzu.
Wenige Jahre später entstand die erste Mimgruppe des Deutschen Roten Kreuzes innerhalb des Dortmunder Jugendrotkreuzes im Jahre 1954. Noch im gleichen Jahr erschienen erstmals €€žBlätter über Realistische Unfalldarstellung€€œ, erstellt und herausgegeben vom Jugendrotkreuz. Das Deutsche Rote Kreuz gab dann seit 1955 in mehreren Auflagen die Broschüre €€œRealistische Unfalldarstellung€€œ (Dr. Gerlach /Stoeckel) heraus, welche im Jahre 1968 durch die €€œArbeitsmappe
Realistische Unfalldarstellung€€œ (Körner) ergänzt wurde.
Durch das bis dahin bekannte, aber nicht genügend ausgereifte Materialangebot, wurden jedoch überwiegend schlechte Erfahrungen gesammelt, was im Jahre 1964 zur Entwicklung des Schminkkastens €€žMehlem 64€€œ führte, der dann 1965 erneut überarbeitet wurde und somit bessere Ergebnisse erzielt werden konnten.
Dann endlich, im Jahre 1984, wurde im Deutschen Roten Kreuz damit begonnen, den Leitfaden für die Ausbildung in Realistischer Unfalldarstellung, zu erstellen. Im Jahre 1985 wurde der Schminkkasten €€žMehlem 64€€œ erneut überarbeitet und verhalf wieder mal zu noch besseren Ergebnissen.
Dann, im Jahre 2001 wurde eine Änderung des Titels €€žRealistische Unfalldarstellung€€œ beschlossen, da dieser nicht wirklich zutreffend war bzw. ist, weil es sich bei den dargestellten Verletzungsmustern nicht nur um reine €€žUnfälle€€œ handelte. Somit wurde die €€žRUD€€œ umgeändert in: Realistische Notfalldarstellung.
Weitere Informationen findet Ihr auf der Homepage der Notfalldarstellung Konz.