In diesem Jahr war für uns alles anders als sonst, denn diesmal fand der Wettbewerb bei uns direkt vor der Haustür statt. Das hatte für uns den Vorteil, dass wir keine weite Anreise vor uns hatten. Aber wer jetzt denkt, deshalb konnten wir länger schlafen, der irrt.
Denn schon am Freitag hieß es für uns, alles herrichten und vorbereiten, damit am Samstag Morgen die Anreise der Gruppen ohne Probleme verlaufen- und der Parcours pünktlich starten kann. Und während die einen, bis zum Teil spät in die Nacht, mit dem Aufbau beschäftigt waren, übten einige Mitglieder unsere Gruppe noch fleißig an ihrer Ausarbeitung für den Bereich Musisch-Kulturell.
Am nächsten Morgen mussten die Helfer dann schon früh wieder aus den Federn, um die letzten Vorbereitungen für die Ankunft der Gruppen zu treffen. Auch wir richteten einen der Klassenräume für unsere Helfer und JRK’ler, für die kommenden 30 Stunden, gemütlich ein.
Nachdem auch die letzten Gruppen das Schulzentrum gefunden hatten, gab Harald (unser JRK-Bezirksleiter) den offiziellen Startschuss für den JRK-Bezirkswettbewerb 2005. So machten sich die 22 teilnehmenden Gruppen zu den einzelnen Stationen auf, die in der Stadt verteilt auf die Gruppen warteten.
Unsere erste Aufgabe, genauer gesagt die ersten vier Aufgaben, die auf uns erwarteten, waren aus dem Bereich Sport&Spiel. Zuerst mussten wir Wasser über eine größere Entfernung per Einmal-Schutzhandschuhe von einem Eimer in einen anderen transportieren. Die nächste Herausforderung stellte die Aufgabe dar, einen Ball mit nur zwei Holzstäben möglichst weit zu tragen.
Die dritte Aufgabe stellte sich als besonders schwierig für uns heraus: Es galt, möglichst viele Tischtennisbälle durch ein C-Rohr zu schleusen. Gar nicht so einfach ![]()
Die letzte Aufgabe war da schon wieder einfacher. In einem Eimer mit Sand waren Buchstaben versteckt, die – richtig aneinander gereiht – ein Lösungswort ergeben sollten. Schon nach der Hälfte der Buchstaben war klar, es konnte sich nur um “ARMUT-SCHAU NICHT WEG” handeln.
Direkt im Anschluss wartete am Schwimmbad die erste von zwei Erste Hilfe Aufgaben auf uns. An dieser Station waren in der Einzelpraxis jeweils ein Schlaganfall, eine Verätzung und ein Herz-Kreislauf-Stillstand fachgerecht zu versorgen. Und so wurde reanimiert, die ätzende Substanz mit Wasser verdünnt und die gelähmten Extremitäten abgepolstert.
Von dort gingen wir zum DRK-Haus, wo Aufgaben aus dem Themenbereich Soziales und Rotes Kreuz auf die Gruppen warteten. In diesem Jahr war der Bereich Gesundheit und Ernährung zum Schwerpunkt erklärt worden. So mussten Fragen zu Nahrungsergänzungsmitteln und Kohlehydraten beantwortet werden. Zwischendurch heiterte das Erraten pantomimisch dargestellter Begriffe aus dem Sportbereich die Runde auf. Zum Abschluss gab es noch eine Aufgabe zur aktuellen JRK-Kampagne mit dem Thema Kinder- und Jugendarmut in Deutschland zu bewältigen.
Während die Gruppe die Köpfe rauchen lies, waren unsere fleißigen Helfer immer noch aktiv, unter anderem um das Mittagessen und dessen Ausgabe vorzubereiten. Auch wir machten uns nun auf den Weg in die Festhalle des Gymnasiums, um mit knurrenden Mägen über die Nudeln mit Gulasch herzufallen.
Nach der Mittagspause ging es nun zum Saar-Mosel-Platz, wo die Erste Hilfe Gruppenaufgabe auf uns wartete. Bei einem Taschendiebstahl kam die bestohlene Person zu Fall. Letztere war in Begleitung einer blinden Person, die nun ohne führende Hand umherirrte. Ein Zeuge des Vorfalls erlitt einen Herzinfarkt. Auch hier galt es wieder, alle Personen fachgerecht zu versorgen, was uns nach der Bewertung der Schiedsrichter auch meisterhaft gelang.
Nach einer größeren Pause, die unsere Nervosität nicht gerade verkleinerte, stand die letzte Aufgabe auf dem Plan. Im Bereich Musisch-Kulturell sollten vier Lieder aus vier Epochen zusammen mit der zu dieser Zeit üblichen Kleidung präsentiert werden. Dieser “Playback-Mode-Mix durch die Zeit” hatte im Vorfeld arg an unseren Nerven gezerrt, da wir uns leider die passenden Ideen fehlten.
Die knapp 15 Minuten, die unsere Darbietung in Anspruch nahm, vergingen bei der Darbietung wie im Fluge. Auch die Schiedsrichter zeigten sich mehrheitlich begeistert von der Darbietung und so machten wir uns zurück auf dem Weg in unseren Klassenraum.
Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, ging es zum Abendessen wieder zurück zur wenige Meter entfernten Festhalle. Im Anschluss daran wartete eine Überraschung auf die Teilnehmer: Die JRK-Band “Henries Heirs” hatte an diesem Abend ihren ersten Auftritt in der Öffentlichkeit.
Die Cover-Band hatte für jeden Geschmack das passende Musikstück dabei und alle Musiker beherrschten ihre Instrumente zweifellos souverän. Das alles trug demnach zusätzlich dazu bei, dass die Besucher einen schönen, unvergesslichen Abend in Konz mit Feiern verbrachten.
Während die jüngeren Besucher spätestens nach dem letzten Lied in ihre Schlafsäcke schlüpften, hielten sich die älteren und viele Betreuer noch beim Nachtcafe direkt vor der Schule auf, wo man den Abend gemütlich ausklingen ließ.
Nur für die Helfer aus Konz war für letzteres keine Zeit, denn es galt die Halle für den nächsten Tag vorzubereiten.
Nach dem Aufstehen und Frühstück wartete der Abschluss und natürlich die Siegerehrung auf die Teilnehmer des Wettbewerbs. Langsam setzte bei vielen auch die Nervosität wieder ein. Auch wenn wir ein gutes Gefühl hatten, da fast alles mehr als nur gut verlaufen war, hatten wir keine hohen Erwartungen gesetzt, denn auch die anderen 11 teilnehmenden Gruppen (die mit uns in der Stufe 2 starteten) waren alle sehr gut und die meisten erfahrener als wir.
Umso größer war die Überraschung und die Freude, als am Sonntag die Siegerehrung immer weiter fortgeschritten war. Denn plötzlich waren nur noch vier Mannschaften nicht genannt worden und damit war klar: Das JRK Konz nimmt am Landeswettbewerb in Montabaur teil!
Aber welchen Platz hatten wir erzielt, die Spannung war unbeschreiblich, und dann fiel unser Name, als unser Bezirksleiter den 2. Platz verkündete. Mit nur 3 Punkten Unterschied zum Erstplatzierten hatten wir den Vize-Bezirkssieg erzielt! Auf einmal lagen sich alle JRK’ler und Betreuer aus Konz jubelnd in den Armen.
Während die anderen Gruppen sich langsam auf den Heimweg machten, löste Frank sein Versprechen ein und tanzte alleine mitten auf dem Schulhof den “Timewarp”. Aber er war nur kurz alleine, denn schnell wurde Frank von uns und allen Gruppenleitern unterstützt..naja, fast allen. (einer musste ja auch Fotos machen *g*).
Danach hieß es noch etwas aufräumen, bevor wir uns alle auf den Weg zum DRK-Haus machten, wo wir uns natürlich noch die Zeit nahmen, unseren Sieg gebührend zu feiern.