29. August 2004 · Rotkreuzerlebnistage in Landstuhl – Die Tweetys sind Landessieger

2004-roket-0001.jpgDieses Jahr lief alles etwas verquirlter, aber um so besser, als gewohnt. Anfänglich bestand die Überlegung erst gar nicht an den Landeshelfertagen teilzunehmen, da alle drei Betreuer mit argem Zeitmangel zu kämpfen hatten. So hatte Christoph eine Menge wegen seines Studiums um die Ohren und Mirja war sozusagen noch immer ausbildungstechnisch in Worms wohnhaft. Es sah also danach aus, als wenn sich nur Frank um alles hätte kümmern können, was alleine zu schaffen so gut, wie unmöglich gewesen wäre.

Doch jegliche Überlegung wurde mit nur einem Satz wüst zermalmt. “Wir wollen besser sein, als letztes Jahr!” hieß es aus den Mündern der Kids. Was sollte man da noch sagen außer “dann muss es eben klappen”. Mirja schrieb einige Fallbeispiele, welche Frank und Christoph dann (zusätzlich neuer Fallbeispiele) mit den Kids während Mirjas Abwesenheit übte. An den Wochenenden, an denen auch Mirja Zeit fand und nach Konz fuhr, wurde fleißig geübt und trainiert. Frank und Christoph hatten wirklich alle Hände voll zu tun, denn die Kids gaben sich nicht schnell zufrieden und wollten noch mehr wissen, noch mehr üben und legten einen Elan, einen Spaß und einen Ehrgeiz an den Tag – ungeheuerlich!

Doch Christoph stellte sich bald auf die Kids ein und passte die Fallbeispiele ihrem Wissensdurst an. Es wurden mehr Mimen, mehr Verletzungen, kurz gesagt, jedes Fallbeispiel wurde anstrengender und knabberte hin und wieder an den Nerven. Da waren kleine Fallbeispiele mit z.B. nur drei Verletzten reine Wohltaten, nahezu Belohnungen. *grins*

An dieser Stelle auch ein großes Danke an alle die, die sich zum Mimen bereit erklärt haben und die Mimen erst zu Mimen machten, nämlich unserer RUD. Ebenfalls Danke an alle die, die uns die ganze Zeit der Vorbereitungen mit allem möglichen unterstützt haben.

Dann war es soweit: das letzte Wochenende vor den Landeshelfertagen stand bevor und es wurde noch mal Vollgas gegeben. Die EH-Leitfäden wurden zu Abendlektüren der Betreuer, letzte Fragen wurden gestellt und beantwortet und so langsam konnte die ungebremste Vorfreude einziehen. Und das tat sie.

Es wurde Freitag, der 27.08.2004, die Kids fuhren mit Frank und Christoph nach Landstuhl. Auch Mirja machte sich gleich nach der Arbeit auf den Weg von Worms nach Landstuhl. Alle gemeinsam feierten noch eine Weile das Wiedersehen und gingen dann doch etwas früher schlafen, als im Vorjahr.

“Wie? Der Weckdienst war schon da? Und wo ist Christoph?” Wie immer hatte Mirja nichts von all dem mit bekommen. Christoph war schon unterwegs im Namen des Schiedsrichters, der Weckdienst längst über alle Berge und doch schafften es alle mehr oder minder sich aus ihren Schlafsäcken zu “befreien”. Nur gut, dass es doch etwas länger als ursprünglich geplant, Frühstück gab. Gleich nach dem Frühstück wurden einige begrüßende Worte gesprochen und die Landeshelfertage, welche unter neuem Motto “Ein Fest im Kornfeld” liefen und neuen Aufbau anzeigten, erklärt. Dann wurden alle Gruppenleiter auf die Bühne zur Ziehung der Startnummern gebeten. Welche Zahl es auch werden sollte, es musste eine 1 dabei sein. (neeeeeeeein.. wir sind doch nicht abergläubig *kopfschüttel*) Und siehe da: Das JRK-Konz ging mit der Nr. 17 an den Start.

2004-roket-0002.jpgWir hatten uns sowohl für den Fun-Pacours, als auch für den Erste-Hilfe-Parcours angemeldet und begannen mit den Fun-Aufgaben. Diese befanden sich auf der Burg Nanstein und allein die Kulisse war einfach herrlich. Als erstes sollten wir puzzeln. Vier Leute durften mit rein und es lag in unserer Entscheidung, wie viele “blind” werden sollten und wer diese jenigen “dirigieren” würde. Wir beschlossen, dass zwei “blind” und zwei “sehend” werden sollten. Melina und Daniela bekamen ihre Augen verbunden und Melanie und Mirja dirigierten. Das Puzzle war etwa 3 auf 2 Meter groß und sollte am Schluss das Logo von “Kinderarmut – Schau nicht weg” darstellen. Mel & Mirja hatten die Aufgabe die riesigen Puzzelstücke an Dani und Lina weiterzugeben und die beiden zu koordinieren, wohin sie das Puzzelstück schieben / legen sollten, damit die vielen Einzelteile dann doch noch “Eins” würden. Kaum selbst daran geglaubt, schafften wir es sogar innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens und durften weiter zur nächsten Station.

Hier wurde es noch kniffeliger, was sich aber auch erst während des Spieles herausstellte. Kurz um musste eine Holzkuh namens Berta gemolken, die Pseudomilch in 10 Becher aufgeteilt und von den Teilnehmern durch einen Parcours balanciert werden. Jeder Teilnehmer trug zwei Becher und der Parcours bestand aus: 1. balancieren über eine Holzlatte, 2. beide Becher auf einem Zollstock balancieren, 3. wieder mit beiden Bechern über zwei Holzlatten und dann in die Spaß-Ski. Mit diesen Ski dann um das Zelt herum und das möglichst ohne die Pseudomilch zu verschütten. Wenn man dann wieder am Eingang des Zeltes angelangt wäre, wieder in das Zelt hinein und auf ein wackeliges Rundbrett stellen. In dessen Mitte stand eine Milchkanne, da sollte natürlich die Mich rein, alle Spieler drumherum gestellt und das ganze Chaos mindestens 5 Sekunden ausbalancieren. Aber bis dahin kamen wir gar nicht. *grins*

Unser Parcours endete auf 3/4 der Zeltumrundung. Die Milch dennoch hatten wir wohl behütet und so erhielten wir doch noch ein relativ gutes Ergebnis. Wer hätte das gedacht. Wir nicht! ;)

Unterdessen hatten wir ein neues Hobby gefunden, nämlich das Umschreiben von Songtexten. Alle jene Texte standen somit in direkter Verbindung mit dem JRK und wir hatten sogar ein kleines zusammengefasst, welches ab sofort unser Mutmacher vor jedem Fallbeispiel werden sollte. Stellt Euch einfach die Melodie der Gummibärenbande vor und dazu ein keiner netter Text, den es aber nur live zu hören gibt. *zwinker*

Auch während wir bei der nächsten Aufgabe noch einen Moment warten mussten, trällerten wir dieses kleine Lied und gingen gleich noch besser gelaunt an den Start. Hier war absolutes Team gefragt. Vor uns war ein Feld abgesperrt mit den ungefähren Maßen von 3 auf 3 Metern. Mittig waren 4 Autoreifen aufeinander gestapelt und dieser verbargen in ihrem Inneren (auf dem Boden stehend) einen Gegenstand, welcher es galt irgendwie herauszubekommen, ohne jenes Feld zu betreten, geschweige denn die Absperrung zu berühren. Zur Verfügung standen uns: 1 Kleiderbügel, 4 sehr große Nägel, 1 Spiegelfolie, 1 sehr lange Schnur, 4 große Muttern und unsere Phantasie. Joa.. es folgten eine Menge Ideen, eine Menge Versuche, viel Grübelei, viel Kletterei und noch mehr Chaos. Heraus bekamen wir das gute Teil nicht, aber wir stießen auch nichts um und die kleine Explosion blieb uns vorerst erspart. (der gute Schiri zeigte uns den Pyro-Effekt aber trotzdem noch *g*) Gute gelaunt ging es weiter zum Quiz.

Hier erhielt jeder einen Fragebogen mit verschiedenen Fragen zur Ersten Hilfe und allgemein zum Roten Kreuz. Die Fragen waren nicht wirklich schwer, nur bei der einen oder anderen musste man etwas mehr überlegen, aber auch die Zeit war wirklich genügend ausreichend um das Quiz gut zu schaffen. Frohen Mutes gaben wir diesen dann auch ab und wanderten eine Runde um die Burg herum, um dann festzustellen, dass es bei der nächsten Aufgabe noch eine Weile dauern würde, bis wir dran kämen. Also machten wir es uns in dem Burg-Café bequem, aßen eine warme Suppe (draußen regnete es, da tat das wirklich gut) und tranken eine Kleinigkeit. Hier ging die Zeit wie im Fluge um und schon wenig später standen wir vor einer Treppe, die ins Burginnere führte. Die Höhle des Löwen.. ach ne.. die des Bäckers. Denn hier mussten wir backen.

Davor hatten wir, vor allem Mirja, mächtig Muffesausen. Denn wirklich begabt schien in Sachen “Backen” keiner zu sein, nur Melina machte uns etwas Mut, dass sie das wohl schon mal erfolgreich gemacht hätte. Also stimmte Mirja noch mal das Liedchen an und schon ging es voran. Wir bekamen erklärt, dass alle zutaten und alles andere, was wir brauchen würden da wäre und wir 10 min Zeit hätten um einen Brotteig herzustellen, der dann 15 Minuten ziehen.. ach nee. . gehen müsste. Wohin auch immer. Aber weil einfach so ja viiiel zu leicht wäre (haben die ne Ahnung tztz)… bekamen wir noch jeweils einen Arm auf den Rücken “geschnallt” und durften dann einhändig loslegen. Wir hatten zwar auch noch extra ein “Backe-Lied” auf die Beine gestellt, aber das Backen verlangte uns doch einiges an Konzentration ab, wodurch das Lied bis zum Schluss auf sich warten lassen musste. Wider jeglicher Erwartung schafften wir es tatsächlich diesen (ehrlich ekligen) Brotteig zusammenzumanschen und in einen Blumentopf zu geben. Das Ganze sollte ein Gewürzbrot werden und.. ach… wer dieses Rezept wirklich haben will *zweifel*.. dem stellen wir es gerne auch noch online. Einfach uns anschreiben und dann gibt es einen Link samt Rezept.

2004-roket-0003.jpgJetzt ging es weiter zu den Erste-Hilfe-Beispielen. Als erstes wartete ein Unfall mit Insektenvernichtungsmittel auf uns. Ein junger Mann hatte damit unter freiem Himmel Hecken oder ähnliches eingesprüht, von dem Zeug zu viel eingeatmet und ging bewusstlos zu Boden. Zwei Jungs kamen in seine Nähe, nahmen auch zuviel davon auf und klagten über schwere Atemnot und Kopfschmerzen. Kurz darauf erschien noch die aufgeregte Mutter von einem der Jungs, die aber recht umgänglich war und sich nach Erklärungen sogar bereit erklärte uns bei den Maßnahmen zu unterstützen, indem sie ihren Sohn in der atemerleichternden Sitzhaltung hielt und ihn beruhigte. Daniela saß mit dem anderen Jungen auch gleich daneben und konnte beide noch mit versorgen. Per Notruf ließen wir abklären, ob dieses Vernichtungsmittel ein Kontaktgift war oder nicht. Es stellte sich als negativ heraus, also konnte der Gärtner Punktum von dem Kanister befreit und nach Kontrolle der Vitalparameter in die stabile Seitenlage gebracht werden. Während all dessen tauchte noch ein Mann auf, der sich so fürchterlich aufregte, dass er einen Herzinfarkt erlitt und zusammenbrach. Um diesen Herren kümmerte sich Melina, während Melanie und Katrin weiterhin den Gärtner betreuten.

Anschließend kamen wir zu einem Unfall in einem Reitstall, wo ein Pferd durchgegangen war und einige Menschen verletzt hatte. Hier lauerte das Chaos auf uns. Eine Betroffene Person war bereit, Auskunft zu geben, hielt aber unsere Mela leider zu lange auf. Inzwischen kümmerte sich Daniela um einen Armbruch und offene Wunden, Christian versorgte einen bewusstlosen Mann, Melina versorgte ebenfalls eine Person mit mehreren Verletzungen und Mirja hatte gehofft, dass diese unscheinbar in der Ecke sitzende Frau “bloß” einen Schock habe, die sie eben schnell die Schocklage bringen und dann weiter die anderen unterstützen könnte, sobald Mela bei ihr sei um sich um die Patientin zu kümmern. Dummerweise ging der Plan nicht auf, da diese unscheinbare Person eine Amputationsverletzung hatte und Mirja somit lange auf Trab hielt. Irgendwann schaffte es Mela sich von dem Betroffenen loszureißen und Material auszuteilen. Hier ereilte uns der eine und andere Stolperstein, aber allgemein lief es dann doch noch irgendwie ganz gut.

2004-roket-0004.jpgWir wanderten weiter und mussten feststellen, dass in Landstuhl immer was los war. Denn gerade, als wir an einem großen Gebäude vorbeiliefen, erfuhren wir, dass genau dort eine Schnapsbrennerei explodiert war. Die Feuerwehr war wohl schon zum Löschen angerückt, aber die Ersthelfer waren ausgeblieben. Also sprangen wir ein *zwinker*. Bei dem Wort “Explosion” dachte wohl jeder der Gruppe schon insgeheim an Verbrennungen, aber was uns dann erwartete.. damit hatte keiner gerechnet. Mirja stapfte vor und die Mädels (Katrin, Melina, Daniela) hinterher. Mirja bog soeben um eine Ecke und blieb dann wie vom Schlag getroffen stehen. Die Mädels ebenso. Fassungslosigkeit!
Da stand direkt vor Mirja das Verbrennungsopfer, still und fragend starrend. Einem Zombie ähnlich haftete er seine Blicke auf uns und bewegte sich nicht. Sehr großflächige Verbrennungen hatte er erlitten, die meisten schon 3ten Grades, hauptsächlich sah man nur “schwarz”, dann die markante Verbrennung am Kopf: die rechte Seite nahezu rohes Fleisch – links standen seine Haare in alle Richtungen ab, aus seinem schwarzen Gesicht stachen seine Augen extrem hervor. Mirja kam diese Schrecksekunde wie eine Ewigkeit vor. Dann endlich hatte sie sich wieder gefangen, blickte auf ihre Mädels und stellte fest.. die standen da genauso angewurzelt wie sie selbst. Sie begann die Mädels zu verteilen. Daniela zu dem Bewusstlosen auf den Strohballen, Melina zu der Person mit den Verbrennungen 2ten Grades am Arm und Kopfplatzwunde. Katrin zu dem Schwerstverbrannten und Mela zum Suchen nach weiteren Verletzten und Absetzen des Notrufes. Sie selbst bemühte sich allen möglichst schnell alle Materialien zukommen zu lassen, beim Lagern zu helfen und an allen nötigen Stellen zu unterstützen. Das Fallbeispiel selbst verlief wirklich gut, aber dennoch:
Ein GROSSES LOB an die RUD, die dort geschminkt hat. *schauder*

2004-roket-0005.jpgAber es ging auch schon weiter, denn kurz darauf “ereignete” sich (natürlich auch nur dargestellt) ein Unfall bei der Heuernte. Einer dieser großen runden Heuballen war vom Hänger gekippt und begrub zwei Madels unter sich. Laut kreischend machten sie klar, dass sie mit der momentanen Lage mehr als unzufrieden waren. Also halfen wir. Mela ging wieder auf Suche, Daniela kümmerte sich um das Mädel mit der Unterschenkelfraktur, Christian versorgte ein weiteres Mädel mit einer Unterarmfraktur und mehreren Schürfwunden und Katrin übernahm die Fürsorge für ein drittes (von Mela gefundenes Fressen.. ähm.) Mädel, welches mit ihrem Asthma zu ringen hatte. [sorry, konnte es mir nicht nehmen lassen *grins*] Durch Mela erhielt Mirja dann einen kurzen, präzisen Lagebericht, bevor sie zum Notruf abzischte und Mirja weiter ihr Team unterstützte. Mela half dann später Christian. Hier unterliefen uns ein paar kleine Schönheitsfehler, aber nichts Dramatisches. Aus diesem Grund waren wir auch hier mit unserer Leistung zufrieden.

Doch bekanntlich soll man den Tag nicht vor dem Abend loben, oder wie war das? Denn jetzt wartete zum krönenden Abschluss noch ein wirkliches Hammer-Fallbeispiel auf uns. Kurz noch mal unser “Mut-mach-anfeuer-Liedchen” geträllert und rein in das Vergnügen. Das pure Chaos offenbarte sich, nachdem der Schiri uns kurze Einweisung gegeben hatte. Da stand ein großer DRK-Lkw mit Hänger, dieser Hänger war ein Mähdrescher. Das konnte nichts Gutes verheißen. Auf Anhieb zu erkennen waren eine Person unter dem Lkw und eine weitere auf der anderen Seite des Lkws etwas weiter vorne. Melina wurde zu der erstgenannten Person geschickt, die verschiedene Wunden zur Versorgung aufwies und eine Infektionskrankheit inne trug, weshalb besonders auf ordentliches Arbeiten geachtet werden musste. Beim Umlaufen des Gefährts erblickte Mirja noch eine weitere Verletzte, die in die Fänge des Mähdreschers geraten war und ein offenes Bauchtrauma davon getragen hatte. Hierhin wurde Daniela geschickt. Zu der Person am vorderen Ende es Lkw`s wurde Katrin geschickt, die gleich kundtat, dass eine Sprunggelenksfraktur vorlag. Während das Team die Verletzten betreute und schon mal grob begann sie zu versorgen und Mirja eilig Decken zum Lagern auslegte, damit alle Patienten aus dem Gefahrenbereich herausgetragen werden könnten, rief Mela laut, dass sie noch eine weitere Person, auf dem Fahrerplatz des Lkw`s gefunden hatte. Daniela versorgte derweil das offene Bauchtrauma, während Melina Blutstillung betrieb und Mirja wieder rüber zur Fahrerseite düste, um den zuletzt gefundenen Patienten “zu empfangen”, damit Mela den Notruf absetzen konnte. Der bewusstseinseingetrübte Mann wankte mit Mirja zur, außerhalb des Gefahrenbereiches liegendes, Decke. Dort war schnell herauszufinden, dass der Gute an einem Unterzucker litt und deshalb so abgedriftet war. Er war Diabetiker und trug zum Glück einige Stück Traubenzucker bei sich, die er sofort zu sich nehmen durfte. Schon wenig später ging es ihm wesentlich besser und Mela traf ein, um zu “übernehmen”. Mirja spurtete zurück zu Katrin, um mit ihr zusammen den Patienten mit der geschlossenen Fraktur am Fuß aus der Gefahrenzone zu schaffen. Per Tragegriff gelangte so auch er auf seine Decke und erhielt eine Luftkammerschiene und weitere Versorgung durch Katrin. Während der Vorbereitung den jungen Mann davon zu tragen, erschien wiederum eine weitere “betroffene” Person. Kerngesund sah die junge Frau nicht aus, aber offensichtliche Verletzungen hatte sie nicht und auch die Fragen, nach irgendwelchen Schmerzen usw, verneinte sie. Also bat Mirja sie höflich darum, rüber zu Daniela zu gehen und ihr wenn möglich zu helfen und sich auch kurz “anschauen” zu lassen. Daniela reagierte sehr gut und checkte schnell ihren Allgemeinzustand, befand diesen für grob gut und band sie ein, Decken und weiteres Material zu besorgen. So war auch sie versorgt, hatte ihre Aufgabe, wurde nicht aus den Augen gelassen, kam aber nicht in direkten Kontakt mit der schweren Verletzung des Bauchtraumas. Es konnte weiter gehen. Wie gesagt, der Mann mit der Sprunggelenksfraktur war in sicheren Händen, Mela versorgte vorbildlich den Diabetiker, bei Daniela lief alles prima.. nur der Blick auf Melina und ihren Patienten fehlte kurzzeitig. -Hektik- Also flitzte Mirja wieder zu ihr rüber, hatte sich gerade hingekniet, um zu fragen ob soweit alles in Ordnung sei, als sie plötzlich Babygeschrei vernahm. Mirja vernahm nur noch absolute Stille und dieses Babygeschrei…
Der Atem stockte, die Nerven lagen blank, tausend Gedanken schossen in ihren Kopf: wo weitere Decken lägen, welche “Ecke” am besten für eine evtl. Baby-Reanimation geeignet sei und wer in einem solchen Falle noch Zeit genug haben könnte, sich um die wahrscheinlich anwesende Mutter zu kümmern – wenn keine Reanimation, welche Verletzungen kamen nun noch, wäre die Mutter dann überhaupt zu beruhigen? und und und.. Während all dieser Gedanken schossen die Blicke schon über das Gelände abwechselnd zu ihren Team-Mädels, in der Hoffnung eine Antwort auf irgendwas zu finden, vielleicht sah einer schon vor ihr das Kind und würde ihr deuten / sagen können, in welche Richtung sie müsse? – Hektik pur -
Und dann: Die Antwort! Ein Schiri hatte die ganze Situation verfolgt und richtig gedeutet – und – sprach die erlösenden Worte. Das Baby gehörte nicht zum Fallbeispiel, sondern zu der schiedsrichternden Mama und war bestens versorgt. *Aufatmen*

An dieser Stelle endete dann auch das Fallbeispiel und nach kurzer Manöverkritik der Schiris machten wir uns auf den Weg zur Stadthalle, um zu Abend zu essen. Etwas später wurde noch ein paar Reden gehalten und mehrere Preise für das Quiz vergeben. Das JRK-Konz schnitt hier am besten ab und wurde mehrfach nach vorne gerufen, um die Preise entgegen zu nehmen. (irgendwann wurde das wirklich peinlich, aber schön war es dennoch) ;-) Dann riefen die Duschen und frische Kleidung, um mit großer Freude den geschafften Tag und unsere Gemeinschaft zu feiern.

2004-roket-0006.jpgUnd wie jedes Jahr war die Abendveranstaltung des Wettbewerbs eine einzige große Feier aller teilnehmenden Gruppen. Da man die Feier nur schwer beschreiben kann, sei hier nur gesagt: Es war ne super Party!

Am nächsten Morgen dann: viel zu frühes Aufstehen (wie jedes Jahr), frühstücken, die sieben Sachen packen und während der Siegerehrung jegliche Nerven verlieren. Obwohl sich alle Redner wie immer recht kurz fassten, verging für uns die Zeit im Schneckentempo und alle Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Doch dann kam endlich die ersehnte “Entscheidung”.
Wir waren uns sicher, bei der Platzverteilung für den Spaß-Parcours würden wir den letzten (6.ten) Platz in der JRK-Wertung machen und freuten uns tatsächlich schon darauf. (Gell, Katrin?!) Doch was war das? Da musste ein Fehler im System vorliegen, irgendwas stimmte nicht. Der Name, der genannt wurde .. war nicht unserer!! Wie jetzt?? Und der nächste auch nicht.. und überhaupt.. wir mussten ziemlich lange warten, bis wir endlich aufgerufen wurden. Nach dem 4. Platz wurde wieder eine kurze Pause eingelegt, denn die Platzierungen des Aktiven Dienstes im Fun-Parcours wurden genannt. Das Warten nahm kein Ende! Und selbst dann, als es endlich weiter ging und unser Name fiel, wollten wir es nicht glauben und lagen uns lachend – kreischend – weinend – und wieder lachend in den Armen. Da mussten wir uns verhört haben. Oder träumten wir alle das gleiche. Wenn ja, sollte dieser wunderschöne Traum bitte niemals aufhören. Aber wir täumten nicht, es war die Wirklichkeit!
2004-roket-0007.jpg Wir hatten den 1. Platz im Spaß-Parcours. Die Freude war groß, doch da gab es noch einen kleinen Hacken. Wir hatten zwar den 1. Platz, diesen aber zusammen mit dem JRK Prüm, da wir beide Punkgleich waren! Also musste der Sieger in einem Entscheidungspiel gefunden werden. Nervenaufreibende Ruhe herrschte im Saal, als das noch verdeckte Bild Stück für Stück freigegeben wurde. Für Konz waren Daniela und Mirja angetreten, was sich als wahrer Glücksgriff erweisen sollte. Denn bereits nach dem ersten aufgedeckten Teil erkannte Daniela das ARMUT €€“ SCHAU NICHT WEG €€“ Logo und somit standen wir als Sieger im Fun-Parcours endlich fest. Aber damit war die Spannung noch lange nicht zu Ende.

Dann ging es über zur Platzierung im Erste-Hilfe-Bereich. Die Spannung war nicht mehr zu ertragen, die Aufregung war riesig. Alle saßen noch enger zusammen, händehaltend und mit jedem Mal, bei dem ein anderer Namen als Konz für einen bestimmten Platz verkündet wurde, wurde das zittern größer. “Die nächsten sind bestimmt wir.”
Sicher, wir waren mit unserer Leistung allgemein gesehen zufrieden, aber es waren so viele gute Gruppen am Start. Und wegen der doch recht knappen Vorbereitungszeit, gingen wir maximal vom dritten Platz aus oder vielleicht auch noch mal der 2. Platz. Alles andere wäre nach den Sternen gegriffen und völlig unrealistisch.
Natürlich!! Der 1. Platz wäre sicherlich auch toll gewesen, wir hätten uns wahnsinnig gefreut und wären bestimmt völlig durchgedreht vor Freude, aaaber… ja MOMENT!! … nicht aber…
WIR HABEN DEN 1. PLATZ !!!!
(und sind ganz sicher durchgedreht)€€¦

Mädels und Jungs – ich bin wahnsinnig stolz auf Euch! Ihr habt das wirklich super gemacht! DANKE!!!

Auch die “Großen” Kollegen vom Aktiven Dienst waren mit dem 1. Platz im Fun-Parcours und dem 2. Platz im Erste Hilfe Bereich sehr erfolgreich, so dass wir gemeinsam auf der Heimfahrt und wieder zu Hause angekommen feierten und uns über sehr erfolgreiche Rotkreuzerlebnistage freuen konnten.

Nun beginnt für uns das Training wieder von vorne, denn wir vertreten den Landesverband Rheinland-Pfalz beim JRK-Bundeswettbewerb Stufe 3 in Ottweiler/Saarland! Wir freuen uns drauf!

# geschrieben von Mirja | 0 Kommentare »