7. September 2003 · 14. Landeshelfertage in Nastätten – JRK Konz ist Vizelandesmeister

2003-lht-0001.jpgAm Freitag, den 05.09.2003, trafen sich alle die, die mit zu den Landeshelfertagen fuhren, auf dem Gelände des Deutschen Roten Kreuzes in Konz ein. Die einen früher, die anderen etwas später, je nachdem, mit welchem Fahrzeug gefahren werden sollte. Christian war etwas früher dort, weil er schon früher mit unserem LKW mitstartete. Alle anderen des JRK`s trafen sich gegen 19:00 Uhr und als dann auch der Sprinter mit allen Taschen ordentlich bepackt war, fuhren wir gegen 19:15 Uhr los. Mit Karte, Handy und Musik bewaffnet machten wir uns auf nach Nastätten. Frank lotste, Mirja fuhr und die Kids sorgten für gute Stimmung im Bus.

Bis Koblenz lagen wir richtig gut in der Zeit, aber dann empfing uns das Chaos mit offenen Armen. *grins* So machten wir beispielsweise einen Ausflug nach Bad Ems und erkundschafteten die scheinbar verlassenen Enden der Welt, in denen es weit und breit keine Zivilisation zu erwarten gab. Aber da war doch noch das Handy. Mit genauen Angaben rettete Christian Metzen uns aus diesem Desaster und führte uns per Handy zielsicher weiter nach Nastätten. Gegen 23:00 Uhr hatten wir es dann auch endlich geschafft und alle Mitglieder waren beim Meldekopf angemeldet. Der Sprinter wurde entrümpelt und die Klassenzimmer bezogen. Dieses Jahr waren wir nicht alle in einem Raum, stattdessen wurden der aktive Dienst und das JRK räumlich getrennt. So hatten wir den Raum 211.

Von Vorteil war, dass wir vom DRK Nastätten Feldbetten gestellt bekamen und es sich so jeder wirklich gemütlich einrichten konnte. Gleich im Anschluss suchten wir den Schulhof auf, wo auch schon die restlichen Konzer auf uns warteten. Zusammen wurde dann noch ein schöner, manchmal spannender und auf jeden Fall lustiger Abend zusammen verbracht, bis schließlich alle in ihren Feldbetten verschwanden, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Samstagmorgen gegen 07.00 Uhr erschien der Weckdienst in den Klassenräumen, den aber noch lange nicht jeder mitbekam. Irgendwann waren dann aber doch alle wach und machten sich für den bevorstehenden Parcours fertig. Laut Plan sollte die erste Aufgabe erst um 10.30 Uhr beginnen. Solange hatten wir also noch Zeit uns vorzubreiten und teilweise noch mal das eine oder andere zu besprechen. Natürlich wurde aber auch viel Spokes gemacht und die Spannung stieg, was uns wohl nun erwarten würde. Als Team gingen Melina, Melanie, Katrin, Christian, Daniela und Mirja an den Start.

2003-lht-0002.jpgDie erste Station bestand aus einer Spaß-Aufgabe. Hier galt es, das JRK-Spiel in Lebensgröße zu spielen. Mirja stellte die Spielfigur dar und alle zusammen gaben dann nach bestem Wissen und Gewissen die Antworten zu den, im Spiel vorkommenden, Fragen. Nachdem wir das geschafft hatten, ging es weiter zur zweiten Spaß-Aufgabe. An dieser Station sollte die Gruppe aus zersägten Holzstücken ein rotes Kreuz und dann einen roten Halbmond zurecht legen. Es war zwar mit €€žGrübeln€€œ verbunden und es entstanden zwischenzeitlich recht witzige Figuren, aber dennoch gut zu schaffen!

Mittlerweile waren auch fast alle wirklich fit und freuten sich bereits auf die Erste-Hilfe-Aufgaben. Doch die mussten noch eine kleine Weile auf sich warten lassen, weil *g* nun erst mal das Wissen zum €€žRot-Kreuz-Einführungs-Seminar€€œ geprüft werden sollte. Nachdem wir in den Raum gerufen worden waren, wurde uns vorgelesen um was es ging. Wir erhielten die Aufgabe innerhalb 10 Minuten eine fünfminütige Rede über das Deutsche Rote Kreuz zu verfassen,
in der auch Henry Dunant, seine Ideen, sein Handeln und deren Auswirkungen auf die Gegenwart erklärt und wiedergegeben werden sollte. Zur Verfügung standen einige Bücher, Hefte, Prospekte und Schreibzeug. In dieser Aufgabe war dann unser Schwachpunkt versteckt, aber das sollte uns nicht davon abhalten zumindest unser bestes zu versuchen. Na ja.. lustig war es allemal. *schmunzel*

Die 15 Minuten waren dann doch schneller vergangen, als erwartet und wir konnten das nächste Wichtige in Angriff nehmen: Mittagessen!? Auch unser Stefan vom Ortsverein stand in der Küche und wir freuten uns schon auf seine Bauernpfanne. (Nach dieser sah es zumindest aus der Ferne aus) Doch es entpuppte sich als .. hm.. ehm.. Nudeln.. mit.. (lasst mich überlegen)…. es könnte ein Hauch von Soße gewesen sein. *nickt* Na jaaa.. zumindest machte es satt und das war ja erstrangig. Keine Ahnung, woran es dieses Jahr lag, ansonsten kann man sich immer auf die Ehranger Küche freuen. Nun denn.. es wurden alle satt und somit sei diese kleine P(f)anne verziehen. *zwinker*

2003-lht-0003.jpgAnschließend hatten wir noch immer einiges an Zeit übrig, bis wir an unserer nächsten Station sein sollten. Dennoch machten wir uns recht bald auf den Weg, da wir uns in Nastätten ja nun nicht wirklich gut auskannten. Pünktlich hatten wir den Adolph-Platz erreicht und stellten uns bei den Schiedsrichtern als “Gruppe JRK-Konz, Startnummer 10€€œ vor und erhielten von ihnen eine kurze Beschreibung davon, was uns erwartete. Melanie zückte sogleich Stift und Papier, um sich alle genannten Daten für den Notruf zu notieren. Und dann ging es auch schon los. Mittig des kleinen Platzes befand sich ein Brunnen, auf dem zwei Personen saßen, die ein verstrittenes Ehepaar darstellten. Auf einer der Bänke, im Hintergrund €€“ nahe des Brunnens, saß eine weitere Person, die einen Passenten mimte. Folgendes sollte geschehen sein:
>>Der Ehemann barg nach einem Streit mit seiner Frau suizidale Absichten, von denen ihn seine Frau dann abbringen wollte. Der Mann war mit einem Messer bewaffnet und fügte im Gerangel seiner Frau einige Schnittwunden an beiden Armen zu. Ein Passant kam hinzu und wollte eingreifen, bis auch dieser eine Schnittwunde am rechten Arm davontrug und sich auf jene Bank zurückzog. Zwischenzeitlich hatte sich der Mann das Messer in den Hals gerammt und litt unter einer stark blutenden Wunde. Allmählich traten Schockanzeichen ein.<<

Die Gruppenleiterin schickte Katrin zu dem Ehemann, Melina zu dem Passanten und Daniela zur Ehefrau. Melanie ging ihrer Aufgabe nach, weitere Verletzte zu suchen, die Unfallstelle abzusichern (was in diesem Fall nicht nötig war) und den Notruf abzusetzen. Anschließend half sie Melina. Mirja verteilte schnellstmöglich Decken zum Wärmeerhalt von unten und schaffte das Messer an einen sicheren Ort, damit von daher keine weitere Gefahr bestand. Mittlerweile hatten sich alle Helfer bei ihren Patienten vorgestellt und erklärt, dass sie ihnen nun helfen würden. Auch erklärten sie die einzelnen Schritte und gaben Mirja Bescheid, wenn sie etwas brauchten.

Der Ehemann wurde folgenderweise versorgt: Katrin sprach den Mann an und stellte sich vor. Mit Mirja zusammen wurde er auf einer Decke in die Schocklage gebracht. Nachdem abgeklärt war, dass die Wunde am Hals eine stark blutende Wunde darstellen sollte, wurde diese sofort mit einem Verbandstuch gegengedrückt. Katrin nahm die ersten Werte der vitalen Funktionen und gab sie an Mirja weiter, während Mirja den Bodycheck ausführte. Später wurde der Patient bewusstlos und somit in die Stabile Seitenlage gebracht. Katrin drückte weiterhin fest gegen die Wunde, während Mirja die Lage herstellte. Weiterhin Wärmeerhalt von oben und regelmäßige Kontrollen der Vitalfunktionen (Atmung, Puls, Blutdruck, Bewusstsein). Hinzukommend die Datenerfassung mit Hilfe von Angaben der Ehefrau und Betreuung.

Die Ehefrau wurde folgenderweise versorgt: Daniela sprach die Frau an und stellte sich vor. Sie beruhigte die Frau und setzte sie auf eine Decke, die auf dem Boden lag. Die Wunden wurden steril abgedeckt und es folgte auch der Wärmeerhalt von oben, sowie der Bodycheck. Weiterhin
wurde die Frau sehr gut betreut und regelmäßig auf die Werte der Vitalfunktionen kontrolliert. Abschließend die Datenerfassung.

Der Passant wurde folgenderweise versorgt:Melina sprach den Passanten, der auf der Bank saß, an und stellte sich vor. Sie beruhigte ihn und versorgte ihn gleichwertig, wie Daniela die Ehefrau versorgt hatte. Nur mit dem Unterschied, dass es sich hier um nur eine Wunde handelte.

Alle drei Patienten wurden gut versorgt und auch alle Gruppenmitglieder waren mit ihrer Leistung zufrieden. Nachdem dann auch die Schiedsrichter uns ihr Feedback gegeben hatten, machten wir uns auf den Weg zur nächsten Station. Jetzt erwartete uns eine weitere Spaß-Aufgabe, die sich schon bald als anstrengend herausstellte. Diesmal wurden nur zwei Helfer gebraucht, die gut tragen können sollten. Na ja.. am €€žTragen€€œ sollte es nicht hängen.. vielmehr
am Heben auf Höhen oberhalb der Hüfte. Was war also geschehen?

2003-lht-0004.jpg Die Schiedsrichterin erklärte uns, dass wir zusammen mit einer beladenen Trage einen kleinen Parcours ablaufen müssten. Gut, soweit kein Problem. Wir gingen den Parcours ab und bislang schien es gar nicht so kniffelig. Die Zeit wurde gestoppt und die Trage wurde mit vier Sandsäcken (jeweils 20 Kilogramm) und einem (Achtung: jetzt kommt das €€žgemeine€€œ ?) Messbecher, mit einem Liter Wasser gefüllt, bepackt und schon ging es los.

Christian ging an das Fußende der Trage und Mirja an das Kopfende. Nach dem Anheben ging es wenige Schritte geradeaus und dann zickzack durch Autoreifen. Im Anschluss wieder etwas Geradeaus und dann.. ja dann.. standen wir vor einem kleinen Problem. Denn jetzt standen wir vor zwei aufrecht stehenden, aneinander gelehnten Europaletten, über die die Trage längst gehoben werden sollte. Das Problem lag darin, die Trage auf die geforderte Höhe zu bekommen. Und das auch noch, ohne Wasser zu verschütten. Christian und Mirja probierten alles Mögliche aus, aber es sah eher danach aus, als würde es nicht mehr klappen. Da aber nicht gesagt wurde, dass die Gewichte an Ort und Stelle liegen bleiben müssten, wurden diese einfach so verlagert, dass Mirja erst die leichtere Seite auf die Paletten stellen und nachschieben konnte, während Christian das Gewicht hielt. Die Trage hing nun auf der anderen Seite weitgehend über und Mirja
übernahm kurz Christians Stelle, damit dieser nun schon mal auf die andere Seite konnte. Dann lagerte Mirja das Gewicht wieder so um, dass die Trage nun mit der leichteren Seite heruntergehoben werden konnte. Dabei kam es aber zu einem kleinen Sturz, bei dem es blaue Knie und etwas Wasserverlust gab.

Alles nicht so schlimm, die Trage war drüber und der Rest konnte in Angriff genommen werden. Es warteten einige Stangen, die schätzungsweise knappe 5 Meter auseinander standen .. und das paarweise. Somit ergab das einen Slalom. Der wurde gut bewältigt und dann ging um die Kurve herum über einige aufeinander gestapelte Europaletten drüber. Als Christian von den Paletten abstieg hörte man ein verdächtiges €€žKRRRREETSCH€€œ.. und seine Hose war gerissen. Gut belüftet folgte dann ein weiterer Mini-Slalom und das Ziel war endlich erreicht. Die Beiden waren gut aus der Puste und trotzdem jetzt endlich fit. *zwinker* zumindest einer der beiden ..

Wie frisch geduscht ging es jetzt auch schon gleich weiter zur nächsten Station. (Nastätten hat wirklich fiese Steigungen *japs*) Bis auf jene Strecke, bei der sich jeder seinen Atem genau einteilte, waren wir munter am plaudern und verschiedene Situationen noch mal am durchgehen.

Am Ziel angekommen, sahen wir eine andere Gruppe, die auch noch darauf wartete an die Reihe zu kommen. Denn als nächstes Stand €€žBetreuungsdienst und Technik€€œ auf dem Plan. Also machten wir es uns bei ihnen gemütlich und warteten mit. Kurz darauf erschien eine Schiedsrichterin vom eigentlich übernächsten Fallbeispiel und bot an, dass wir in unsere Wartezeit
ihre Station einschieben könnten. Somit würden wir Zeit sparen und auch das erledigt haben. Sicher machten wir da mit.

2003-lht-0005.jpgKurz wurden die Schieris, der eigentlich folgenden Station, benachrichtigt und wir folgten zu dem Fallbeispiel. Nachdem die Schiedsrichterin auf dem Schulhof der Taunus-Schule erschwunden war, tauchte ein anderer Schiedsrichter auf und gab uns eine kurze Vorstellung von dem, was wir zu bewältigen hatten.

>> Es handelte sich um einen Streckenposten bei einem Marathonlauf. Wir befanden uns bei Kilometer 35 und hier war es zu einem Unfall gekommen, da eine Läuferin gestürzt war und zwei andere mit zu Boden gerissen hatte.<<
Auf dem Schulhof waren drei Mimen auf Anhieb zu sehen. Ein Mann lag weiter hinten in Rückenlage auf dem Boden, recht nah zu uns gewandt lag eine Person regungslos auf dem Bauch und weiter rechts stand eine Frau an einem Tisch gelehnt, die sich den Arm festhielt.

In Aufstellung betraten wir das Fallbeispiel und Melanie konnte sich gleich wieder auf den Weg machen, weitere Verletzte zu suchen, die Unfallstelle abzusichern und den Notruf abzusetzen.
Melina wurde zu der besagten Läuferin geschickt, Katrin zu einer scheinbar bewusstlosen Person und Daniela zu dem Herrn mit der Oberschenkelfraktur. Während die drei damit beschäftigt waren, sich vorzustellen und Kontakt zu den Patienten aufzubauen, versorgte Mirja schon mal alle mit Decken für den Wärmeerhalt. Die Verunfallten wurden, wie folgend beschrieben, versorgt:

Die Läuferin:Melina stellte sich vor und die Läuferin wurde auf eine Decke gesetzt und durchgehend betreut, während Mirja schon Bescheid gegeben wurde, was benötigt würde. Als das Verbandsmaterial vorhanden war, wurde der offene Unterarmbruch steril bedeckt und umpolstert. Zusätzlich befestigte Melina alles mit einem nicht zu fest sitzendem Verband, während die Patientin den Arm selbst stützte, damit dieser nicht immer wieder bewegt werden musste. Anschließend legte Melina ein Armtragetuch mit zwei Dreiecktüchern an und kontrollierte regelmäßig die Vitalfunktionen. Hinzu kam der Bodycheck, der Wärmeerhalt von oben, sowie die Datenerfassung.

Der am Boden liegende Mann: Daniela stellte sich vor und wusste auch bald durch den Bodycheck, dass außer der geschlossenen Oberschenkelfraktur keine weiteren Verletzungen vorlagen. Sie gab Mirja Bescheid, um was es sich handeln könnte und überprüfte die Vitalfunktionen, bis Mirja ihr allerlei Gegenstände und Decken beigeschafft hatte, um das Bein zu stabilisieren. Von einem Unterlegen der Decke sahen wir ab, weil dies unserer Ansicht nach unnötige Schmerzen für den Patienten bedeutet hätte. So wurde ein Wärmeerhalt von oben geschaffen und weiterhin die Vitalfunktionen regelmäßig kontrolliert, sowie die Datenerfassung
durchgeführt.

Die bewusstlose Person: Katrin stellte sich vor, drehte die Person auf den Rücken und kontrollierte sofort die vitalen Funktionen, um eine sichere Bewusstlosigkeit feststellen zu können. Gleich im Anschluss legte Katrin den jungen Mann in die Stabile Seitenlage, wobei zeitgleich die Decke untergelegt wurde. Es folgte der Bodycheck, der Wärmeerhalt von oben und das Versorgen kleinerer Wunden. Die Verletztenanhängekarte wurde möglichst weit ausgefüllt und dann der Gruppenleiterin übergeben. Mirja holte anschließend alle fehlenden Daten, über die bewusstlose Person, bei der Läuferin, die den Mann kannte, ein. Somit war auch die Datenerfassung des Bewusstlosen vollständig.

Die Nachbesprechung mit den Schiedsrichtern verlief richtig gut und ging (wenn ich das mal so ausdrücken darf) €€žrunter wie Öl€€œ. Top motiviert machten wir uns recht schnell wieder auf den Weg zurück zur Betreuungsdienst-Aufgabe. Dort mussten wir dann zwar doch noch ein wenig warten, aber dann wurden wir vor unsere Aufgaben gestellt. Drei von uns sollten die Aufgabe im Bereich Betreuungsdienst- und weitere drei die des Technik-Bereiches bewältigen. Im Technik-Bereich gaben Melanie, Melina und Christian ihr bestes und in der Betreuung gingen Katrin, Daniela und Mirja an den Start.

Technik: Die Aufgabe war, dass in einem Zelt zwei Lampen aufgehängt und zum Leuchten gebracht werden sollten. Dabei mussten alle Sicherheitsvorkehrungen beachtet- und auch alle möglichen Gefahrenbereiche ausgemerzt werden. Wir waren begeistert, wie gut die Drei diese Aufgabe erledigten, ohne dass wir etwas dieser Art je geübt hatten. *Applaus!!!*

2003-lht-0006.jpgBetreuungsdienst:Wir fanden zwei, auf Brettern, nachgestellte Klassenräume, auf denen wir darstellen sollten, wie wir die Räume quadratmetermäßig aufteilen würden, wenn das Eine eine Auffangstation und das Andere ein Betreuungsraum werden sollte. Jeweils gab es kleine, putzige Bauklötze, die z.B. Betten, Tische, Stühle und Schränke verkörperten. Die Anzahl der Betten und sonstigen Möbel stimmten zwar, aber die Art der Aufstellung überzeugte nicht wirklich. Sah zwar auch nett aus, aber nach Erklärung der Schieris und kurzer Überlegung, leuchtete ein, dass es anders einfach praktischer hätte sein können. Da fällt mir ein Zitat ein: >>Kann sein, muss aber nicht<< *g*. In diesem Punkt müssen wir also noch ein wenig zulegen (aber auch dafür ist schon gesorgt).

Mittlerweile warteten nur noch drei Stationen auf uns. Doch irgendwie befanden wir uns in einem ganz minimalem, kaum merkbaren… aber doch vorhandenem Loch. (*und kein Obstgarten weit und breit* ) Scherz beiseite.. Wir schlurften also weiter zu Station €€ž2€€œ des Parcours A.

2003-lht-0007.jpg Der Großteil der Gruppe stürmte erst mal das Klo einer nahegelegenen Gastwirtschaft und gönnte sich eine kurze Verschnaufpause. Dann ging es mit neuem Elan weiter. Die Schiedsrichter gaben uns eine kurze Einweisung in das folgende Fallbeispiel und dann waren wir auch schon mittendrin. Wir fanden auf einem kleinen Spielplatz mehrere Jugendliche, die aus einem Feriencamp weggelaufen und sich erbarmungslos mit Alkohol betrunken hatten. Auf einer Bank saßen zwei Geschwister. Ein älteres Mädchen (eigentlich schon eine ziemlich erwachsene Frau.. aber nu ja, die Vorstellung macht€€™s) und ihr jüngerer Bruder. Sie war recht eingetrübt und er klagte über große Übelkeit und hatte bereits einige Male erbrochen. Weiter hinten auf dem Spielplatz lagen zwei bewusstlose Mädchen und durchgehend lief ein abgedrehter Kerl, der sich als deren Betreuer herausstellte, über den Platz. Die Personen wurden, wie folgend beschrieben, versorgt:

Die Geschwister auf der Bank: Es wurde sich bei den Personen vorgestellt und bald herausgefunden, dass es sich in beiden Fällen um einen Alkoholintoxikation handelte. Beide wurden auf dem Boden auf Decken gelegt und zunächst in der gewünschten Schonhaltung gelagert. Es folgte der Wärmeerhalt von oben und der Bodycheck. Die Schonhaltung war anfangs leichte Seitenlage, welche sich langsam in eine sachte Rückenlage änderte. Da uns die Kreislaufwerte etwas beunruhigten, entschieden wir, die beiden in eine Schocklage zu bringen. Regelmäßig wurden die vitalen Funktionen kontrolliert und die Datenerfassung durchgeführt.

Die beiden Bewusstlosen: Beide wurden jeweils von ihren Helfern angesprochen und auf den Rücken gedreht. Es wurde die Racheninspektion und die Atemkontrolle durchgeführt. Während dessen wurden schon die Decken zum Unterlegen an die Patienten geschoben und der Bodycheck gemacht. Da die Atmung in beiden Fällen vorhanden war, wurde sofort damit begonnen, die Bewusstlosen in die Stabile Seitenlage zu bringen. Es folgten der Wärmeerhalt von oben und die regelmäßige Kontrolle der Vitalfunktionen. Allgemein dachten wir zu spät daran, auch den Blutdruck zu messen. Wurde dann aber trotzdem noch gemacht. Kleine Wunden wurden versorgt und mögliche Daten erfasst.

Der nervende Betreuer: *g* Er wurde recht bald angesprochen und versucht zu beruhigen. Er wurde nicht direkt angesprochen, weil die anderen Verletzungen ganz klar vorgingen. Nachdem sich der Betreuer in keiner Hinsicht hat beruhigen lassen und nur ganz kurze Momente etwas lockerer ließ, sorgte er immer wieder für Unruhe innerhalb des Fallbeispieles. Daniela hatte ihn eine ganze Zeitlang recht gut im Griff und dachte auch an seinen Wärmeerhalt und die Kontrolle seines Pulses, den er sich jedoch nicht messen lassen wollte. Dennoch war er uns in gewisser Hinsicht auch ganz nützlich, weil er uns Angaben zu den bewusstlosen Personen machen konnte.

Irgendwann hatten wir dieses Fallbeispiel endlich hinter uns und stellten uns auf, um die Kritik der Schiedsrichter entgegen zu nehmen. Wir selbst waren unzufrieden und wussten, dass dies auch die Schieris (zumindest bedingt) sein würden. Die Nachbesprechung war demnach auch nicht ganz so berauschend, aber durchaus nicht negativ.

Trotzdem versuchten wir uns auf die nächste Station zu freuen und vorzubereiten. Allerdings wurde uns alle Puste auf dem Weg zur Rettungswache gnadenlos genommen. (Solche Berge sind wir nicht gewohnt *lach*)

Lange warten mussten wir nicht, bis schon die Schiedsrichter auf uns zu kamen und uns erzählten, was uns erwarten würde. (na ja.. so in Etwa.. so richtig redselig sind sie ja dann nie *schmunzel*) Aber die angegebenen Infos sollten reichen, damit wir uns ein erstes Bild der Situation verschaffen konnten. Während wir über den Hof der Rettungswache schritten, waren schon deutliche Rauchschwaden eines Schwelbrandes zu erkennen. In einer der Garagen sollte es zum Entzünden eines Ofens gekommen sein. Die Gruppenmitglieder wurden den einzelnen Mimen zugeteilt und dann war schnelles Handeln angesagt.
2003-lht-0008.jpgEs fanden sich drei Verletzte. Zwei von ihnen litten unter einer Rauchgasinhalation und damit verbundenen Atemproblemen und eine Person lag bewusstlos in der Garage.

Während sich Melina und Katrin jeweils um einen Rauchgas-Patienten kümmerten, Melanie schon damit beschäftigt war, die Unfallstelle abzusichern, weitere Verletzte zu suchen und den Notruf abzusetzen, bemühten sich Daniela und Mirja die bewusstlose Frau aus der Garage zu schaffen. Das Problem bestand nicht in der Durchführung des Rautek-Rettungsgriffes, sondern im recht hohen Gewicht der Person. Trotzdem wurde es doch geschafft, die hilfebedürftige Person zumindest aus der Garage zu tragen, somit an die Frischluft zu bringen und alle notwenigen Kontrollen durchzuführen. Während der Kontrollen kam die Frau wieder zu sich und hatte vorerst mit starkem Husten und Würgereflex zu kämpfen. Daniela gab ihr Hilfestellung und brachte sie etwas später mittels Atemkommandos zum ruhigeren und gleichmäßigerem atmen. Unterdessen hatte Mirja an der nächsten Wand eine Decke ausgebreitet, auf der die Frau dann gelagert werden sollte. Bis die Betroffene soweit war, dass sie bei der Umlagerung helfen konnte und dafür Kraft gesammelt hatte, brachte Mirja den beiden anderen Helfern (Katrin & Melina) jeweils eine Blutdruck-Manschette und weitere Decken zum Wärmeerhalt. Die beiden hatten mittlerweile alle Kontrollen durchgeführt und darauf geachtet, dass sich beide in der atemerleichternden Sitzhaltung befanden. Weiterhin wurde sehr gut betreut und auch an die Datenerfassung gedacht. Zwischenzeitlich war die Patienten, die aus der Garage gerettet wurde, soweit zu Kräften gekommen, dass sie mit Unterstützung von Daniela und Mirja auf die Decke gelagert werden konnte.
Auch sie wurde in die atemerleichternde Sitzhaltung gebacht und erhielt weiterhin Wärmeerhalt von oben. Auch ihre vitalen Funktionen (Puls, Atmung, Blutdruck) wurden regelmäßig kontrolliert und dokumentiert. Melanie unterstützte später Daniela in ihren Maßnahmen und insgesamt wurden bei allen drei Verletzten zusätzlich folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Bodycheck – Wärmeerhalt von oben, sowie unten
  • Als es zu regnen begann auch Schutz vor dem Nass-Werden
  • Datenerfassung
  • Sehr gute Betreuung durch die einzelnen Helfer.

Da alle Maßnahmen schnell ausgeführt wurden, waren wir mit der Versorgung schneller fertig, als dass die Zeit angesetzt war. Allgemein sehr zufrieden halfen wir den Ort des Geschehens aufzuräumen und hörten uns dann die Manöver-Kritik der Schiedsrichter an. Zusammengefasst verlief diese sehr gut (und teils charmant *zwinker zu Mela*) und gut gelaunt machten wir uns auf den Weg zu unserem letzten Fallbeispiel.

[Zwischenruf: Sollte jemand den Namen der schwarzgekleideten Mime vom Garagen-Unglück kennen, bitte hier melden und mitteilen. Sonst läuft die Gruppenführerin nächstes Jahr Gefahr gelüncht zu werden. *breit grins* Danke]

2003-lht-0009.jpgDa war es also: das letzte Fallbeispiel für diesen Tag. (*freu-jubel-hüpf*). Wir befanden uns an der Volksbank Nastättens und erhielten wieder eine kurze Einführung der Schiedsrichter, bevor es losging. Folgende Situation war zu erkennen: Im, nicht überdachten, Eingangsbereich der Bank lagen zwei Personen am Boden. Einige Dinge lagen ebenfalls am Boden und es war ungewöhnlich ruhig. *kopfkratz*
Daniela und Katrin wurden zu der scheinbar bewusstlosen Frau im hinteren Bereich geschickt. Christian zu dem scheinbar eingetrübten Mann im vorderen Bereich. Melanie war wieder losgeschickt worden, um die Stelle ausreichend zu sichern, weitere Verletzte zu suchen und sich anschließend um den Notruf zu kümmern. Mirja besorgte zwischenzeitlich alles, was sie an Decken und sonstigen Hilfsmitteln finden konnte, um eine gute Versorgung vorzubereiten. Im gleichen Atemzug wurden Spritzen gefunden, die sie sofort sicherstellte. Fast zeitgleich erhielt sie die Meldung über eine €€žBewusstlose Person€€œ von Daniela und Melanie rief ihr zu, dass hinter den Büschen eine weitere Person läge. So schickte Mirja Katrin zu dem eingetrübten Mann im vorderen Bereich und Christian ein Stück weiter zu dem jetzt gefundenen Mann hinter den Büschen. Mirja schnappte sich weiteres Material, um das auch zu Christian zu schaffen. Wieder eine Meldung: Die bewusstlose Person hatte angefangen zu krampfen. Mirja eilte zurück und zusammen wurden alle Gegenstände entfernt und für Schutz des Kopfes gesorgt. Die Person wurde nicht festgehalten, sondern auskrampfen gelassen. Im Anschluss folgten alle Kontrollen und da die Person nun im Terminalschlaf lag, wurde dies wie eine Bewusstlosigkeit behandelt und die Stabile Seitenlage hergestellt.
Es folgten regelmäßige Kontrollen der Vitalfunktionen, der Bodycheck und der Wärmeerhalt von beiden Seiten. Weiterhin eine beruhigende Betreuung und die Datenerfassung, soweit das möglich war.

Die eingetrübte Person war etwas klarer geworden und Katrin hatte ihn an der Wand in eine Sitzhaltung gebracht. Gleichzeitig hatte sie ihn damit auch in einen Regenschutz gebracht. Da die Person aber wieder im Bewusstsein abdriftete, wurde wieder eine Seitenlage hergestellt, um ein anatmen von Fremdkörpern zu vermeiden. Mittlerweile waren auch schon der Wärmeerhalt, die Kontrollen der Vitalfunktionen und der Bodycheck ausgeführt worden. Die Datenerfassung war im Gange, als Mirja wieder zu Christian und dem Verletzten hinter die Büsche hopste und weiteres Verbandsmaterial brachte. Zusätzlich ließ sie ihre Jacke als weiteren Regenschutz da und vergewisserte sich, dass Christian alles hatte und die Kontrollen bedachte. Auch hier waren alle Kontrollen der vitalen Funktionen, Wärmeerhalt, Betreuung, Datenerfassung und Bodycheck durchgeführt worden. In Bezug auf den Bodycheck machte Christian Mirja darauf aufmerksam, dass er an den Armen des Patienten Einstichstellen gefunden und versorgt hatte. Da Christian zur Zeit hinter dem Patienten saß, um eine atemerleichternde Sitzhaltung aufrecht zu erhalten, kontrollierte Mirja schnell die Beine des Verletzten, um heraus zu finden, ob auch hier weitere Einstichstellen waren. Negativ. So waren seine Wunden versorgt und auch die Betreuung verlief sehr gut. Was unter Umständen auch daran lag, dass unser €€žkleiner Heroinsuchti€€œ [Hans] in seinem Rauschzustand einfach zu knuffig war *grins*. Wie jetzt ganz eindeutig auch für den Leser zu erkennen war, handelte es sich hier um eine dreifache Drogenintoxikation.

Hier wartete die, wohl mit schönste, Manöver-Kritik auf uns. Die Kids wurden mächtig gelobt und die Gruppenführerin kämpfte daraufhin gegen Hochwasser an.

Der Parcours war geschafft, es folgten Freudensprünge und Knuddelattacken, was darauf schließen ließ.. dass die gesamte Gruppe mit ihrer Leistung mehr als zufrieden war. Nun ging es Richtung Schulzentrum (*ARGH* schooon wieder diesen Berg hinaufkrachzeln…*japs*), um die wohlverdienten Duschen aufzusuchen und anschließend über das Abendessen herzufallen. (auch für unsere Janine wurde dann noch das Passende gefunden.)

Guter Laune machten sich dann später alle für die Fete im Bürgerhaus fertig und zogen, mehr oder minder, gemeinsam los, um mit allen Rot-Kreuzlern einen richtig schönen Abend zu verbringen. *jaaa.. das war schööön…seufz…. wieder hin will….* *räusper*

Irgendwann lagen dann alle in ihren Schlafsäcken und die Uhrzeiger schlichen sich dem Morgen entgegen. Nicht wirklich fit schafften es dann alle irgendwie den Frühstückstisch zu erreichen und der Siegerehrung entgegenzufiebern. Mirja war dann doch noch etwas erledigt und machte es sich draußen auf einem Mini-mini-mini-Anhänger gemütlich, um noch etwas zu dösen.
*nur ein gaaaanz klitze kleines bisschen*

2003-lht-0010.jpgDie Siegerehrung rückte unaufhaltsam immer näher und die Aufregung stand langsam jedem ins Gesicht geschrieben. Ziel war es, weder den letzten, noch den vorletzten Platz zu machen. Jeder andere Platz wäre herzlichst willkommen, nur bitte nicht diese beiden. [interne Gründe].
Platz für Platz wurde vorgelesen, Punkte aufgezählt, Kleinigkeiten erwähnt.. es wurden Pausen gemacht.. und mit jeder dieser Aktionen war die Spannung innerhalb der Konzer Gruppe kaum mehr auszuhalten. Und dann.. stand es fest.. war es klar.. und doch unglaublich!!!

PLATZ 2 mit 770 Punkten.. geht aaan…. das Jugendrotkreuz …. *bibber* .. KONZ !!

Mädels und Jungs … ich bin stolz auf Euch!! *breitgrins*

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