Unsere sehr lustige Ferienfreizeit könnten wie auch getrost “Erlebnis-Urlaub” nennen. Warum? Das möchte ich Euch nur zu gerne erzählen.
Donnerstag, 27.07.2002
Heute trafen wir Betreuer uns, um in aller Ruhe alles nötige einkaufen zu können, was für die Woche am Bostalsee an Lebensmitteln und Hygieneartikeln gebraucht werden würde. Nachdem das insofern erledigt war, dass die haltbaren Dinge besorgt- und auch besprochen war, dass alles andere vor Ort gekauft würde, verpackten wir unsere “Beute” in einem großen Karton und lagerten diesen vorab im Doppelkabiner.
Freitag, 28.07.2002
Zwischen 15.00 und 16.00 Uhr begann unser lieber Christoph die Mädels (Mela, Nadine, Katrin, Nora und Dani) mittels unserem treuen Doppelkabiner abzuholen. Da wir ja nur eine Woche fort fuhren, hatten wir gedacht, dass das Platzangebot dieses Fahrzeuges dicke reichen müsse. Wir sagen nur: geradeso! *grins*
Die Mädels hatten sich bestens ausgerüstet und für jede Situation das richtige dabei. Jetzt fehlte nur noch das Gepäck der Betreuer und dann konnte es endlich los gehen. Christoph und die Mädels reisten mit dem Doppelkabiner und Frank und ich fuhren mit unserem kleinen Roten hinterher. Zusätzlich befand sich bei uns ein Schwarzfahrer, der von allen gern gesehen wurde: unsere Husky-Hündin Askya.
Wir starteten gemütlichen Tempos in Richtung Saarland und steuerten den Ort Walhausen an. Dort angekommen wurden erstmal die Fahrzeuge entladen und das Gepäck in dem süßen Ferienhaus verstaut. Während alle
damit beschäftigt waren, das Haus “klar-Schiff” zu machen, die Lebensmittel einzuräumen und festzustellen, dass die Siebenschläfer im Schlafraum alle Arbeit geleistet hatten, um den Boden Stück für Stück absinken zu lassen, kümmerte ich mich größtenteils um den Aufbau der Kohte. Klar, dass ich immer mal wieder die Hilfe der anderen brauchte, was aber überhaupt kein Problem darstellte und sich immer der ein oder die andere dazu bereiterklärte. So waren wir alle gegen Abend fertig und der Abend konnte, nachdem die Mädels ihre Sachen in das Zelt eingeräumt hatten, in aller Ruhe ausklingen. Da aber noch unsere Mägen knurrten, gingen wir auch dagegen vor, indem wir es uns in der urigen Holzbank-Ecke gemütlich machten und fein zu Abend aßen. Zusätzlich wurden wir dann noch von zwei Mitgliedern, unseres DRK-Ortsvereins, mit einem Kurzbesuch überrascht, da sie doch auch neugierig auf unsere Unterkunft samt Umgebung geworden waren.
Christoph brachte das Spiel “Nacht in Palermo” in die Runde. Das war ab sofort der letzte Schrei. Es wurde Runde um Runde gespielt und es war immer wieder interessant die verschiedenen Theorien und Gedankenswege zu beobachten. Mir persönlich gelang genau das ganz gut, weil ich mich irgendwann aus dem Spiel ausklinkte und weiter an meinem Buch auf Sütterlin schrieb. Für die, die das Spiel nicht kennen, kann man es mit dem Spiel “Scottland Yard”
erklären, einer in der Runde ist halt ein Mörder und der Rest muss ihn erkennen und vom morden abhalten. Und wie gesagt ist es sehr spannend, mitzubekommen, wer wen aus welchen Gründen verdächtigt.
Schließlich krochen alle müde in ihre Schlafsäcke und schlummerten ins Träumeland. Bis auf Askya, denn die wurde wieder aus Christophs Schlafsack vertrieben. Somit machte sie es sich irgendwann, nach etwa zehn Platzwechseln, auch noch auf dem Boden gemütlich und hielt ein Auge auf uns.
Samstag, 29.07.2002
Wir standen gegen 09.00 Uhr auf und machten uns in aller Ruhe für den Tag fertig. Der Tisch wurde gedeckt, Kaffee und heißer Kakao wurden aufgesetzt und wir stärkten uns erst mal für den Tag. Anschließend ging es daran, dass jeder seine Schwimmsachen packte und sie im Doppelkabiner (DoKa) unterbrachte, damit wir in das Erlebnisbad am Bostalsee fahren konnten. Dort angekommen, mussten wir trotz aller Informationen durch das Internet im Vorfeld, feststellen, dass es dieses Schwimmbad nicht mehr gab. So machten wir uns auf die Suche nach einem anderen. Nach vieler Nachfragerei und Herumgekurve fanden wir letztendlich noch das Erlebnishallen- und Freibad in Thelay auf dem Schaumberg. Wir marschierten ein und das Fest der Wasserratten konnte beginnen. RuckZuck waren alle fünf Mädels im Wasser und kaum mehr heraus zu bekommen. Der große Renner war natürlich die riesige Rutsche, die unterwegs auch das Hallenbad verließ und am Schluss wieder im Hallenbad mündete. Genauso beliebt, ok.. schon ein bisserl weniger… waren der Whirlpool und ja.. wie soll ich es nennen.. ein Strudel? Man stelle sich einen Kreisverkehr mit nur einer Möglichkeit rein- oder raus zu kommen vor. In dieser kreisförmigen Bahn, welche etwa 1,20m tief war, wurde ab und an mittels der Wassermengen eine so große Strömung aufgebaut, dass diejenigen, die sich innerhalb der Bahn befanden, ohne Eigenbetätigung durch die Bahn gesogen wurden. Auch wenn man keine Chance hatte, gegen die Strömung anzukommen (haben es ausprobiert) ist es völlig ungefährlich, da an dem Außenrand stets die Möglichkeit geboten war, sich festzuhalten und auszuruhen. Doch wie heißt es so schön, man soll immer dann aufhören, wenn es am schönsten ist. Natürlich fanden wir das eher blöd, weil es wirklich viel Spaß machte, aber der Hunger war stärker! *grins*
Immerhin war es mittlerweile schon Nachmittag. So steuerten wir wieder auf unser Camp zu und ich begann, mit tatkräftiger Unterstützung von Nora, einen Nudelauflauf zu bruzeln, während Frank und Christoph mit den Mädels Gemeinschaftsspiele spielten. Als der Auflauf dann im Ofen war, gesellten Nora und ich uns zu den anderen und spielten mit. Nachdem wir dann gegessen hatten, stellte Dani fest, dass das Licht im Bad seinen Geist aufgegeben hatte. Unsere Männer durften also ans Werk, fanden aber nichts. Alle Sicherungen waren drin, dennoch brachte auch eine neue Glühbirne nichts. Also wurde Melas kleine Lampe hingestellt, deren Batterie aber auch nicht mehr lange machte. Tja und mein kleines Windlicht war auch eher schlecht als recht, was lichtbringendes angeht. Durch das viele hin und her getappel durch den Schlafraum verabschiedete sich nun auch der Boden immer mehr und die kleine Grube wuchs zusehends. Und weil alle guten Dinge immer drei sind, entdeckte Nora noch eine Zecke an ihrem Bein. Wir beide machten also eine Not-OP und entfernten den kleinen Schmarotzer unter guter Assistenz von Christoph. Endlich konnte der Spieleabend weitergeführt werden mit “Nacht in Palermo”. Selbst nach dem Abendessen wurde dieses Spiel nicht abgelegt. Bis zu dem Zeitpunkt, da alle in ihren Schlafsäcken verschwanden, wurde verdächtigt, enttarnt, gegrübelt und gelacht.
Sonntag, 28.07.2002
Wir standen wieder gegen 09.00 Uhr auf und machten uns am Vormittag auf in den Wald. Da aber auch auf dem Camp-Grundstück Wald war, hielten wir uns an diesen Bereich, um für unser diestägiges Vorhaben Holz zu suchen. Denn heute wollten wir Möbel aus Holz bauen und basteln. Alle suchten sich das geeignete Holz heraus, da wurde gesägt, gebrochen und gehackt. Katrin und Nadine hatten sich jeweils einen Aschenbecher aus Holz zum Ziel gesetzt, Nora hingegen dachte an einen Holzstuhl, Mela und Dani dagegen waren der Meinung ein Sofa sei unverzichtbar und meinereiner wollte einen klitzekleinen Tisch basteln. Bis zum Mittag hin waren wir damit beschäftigt unser Holz so in Form zu bringen, dass es uns was nützte. Natürlich mussten da auch schon mal die Herren der Schöpfung ran und die eine oder andere Ecke absägen und hier und da mit anpacken und helfen.
Zur Mittagszeit hin verschwand Christoph dann in der Küche und bereitete das Essen für die gesamte Runde vor. Es sollte Gulasch mit Nudeln geben. Darauf freuten wir uns schon sehr, weil uns die frische Luft und das, unter anderem anstrengende, Basteln und herumhämmern- und sägen doch einen Wahnsinnshunger beschert hatten. Dementsprechend war der Ansturm auf Teller, Besteck und Kochtopf, als dann endlich alles auf dem Tisch stand.
Man hätte es auch als Raubtierfütterung bezeichnen können. *schmunzel*
Nach der allgemein bekannten “hui-bin-ich-satt-Pause” ging es wieder zurück an die angefangenen Holzmöbel. Zwischenzeitlich versuchte ich mich mal als Indianer und wollte mittels der “Reibung-erzeugt-Hitze-Theorie” ein Feuerchen, in der Grube, die wir ausgehoben hatten, auf die Beine stellen. Es endete mit großer Anstrengung und blieb bei einem kläglichen Versuch, womit ich mich wieder an mein Tischlein begab. Jeder hämmerte, sägte, schabte und bastelte mit großer Mühe und Spaß an der Sache. Leider hatten wir kein Schnitzwerkzeug dabei, weshalb Katrin und Nadine mit der Umsetzung ihrer Ziele wahrlich vor einem Problem standen. Die beiden Holzscheiben, welche teils ausgehöhlt werden sollten, erwiesen sich als sturer und härter, als erwartet. Somit war mit Messern und all den anderen Werkzeugen nicht wirklich ein Erfolg nahe zu bringen. Dafür sprudelte die Kreativität der Beiden auf Hochtouren. Zudem auch die Hilfsbereitschaft aller untereinander fein angekurbelt wurde und jeder den Beiden mal mit Rat und Tat zur Seite stand. Am frühen Abend dann waren die übrigen Werke vollbracht und wurden mit Freude ausgetestet. Ergebnis: Alle Möbelstücke überlebten. *grins* und es gab nur einen klitzekleinen Schnitt an Nadines Finger. Demnach überlebten also auch all unsere begabten Handwerker.
Abends saßen wir dannin “ruhiger” Runde, als plötzlich das Aufsehen groß- und die Neugierde noch größer wurde. Sahen wir doch, bis auf Kaddy, alle zum ersten mal einen waschechten Siebenschläfer, der in der Küche unterhalb der Decke auf einem dünnen Rohr saß
und uns genauso verwundert anstarrte, wie wir ihn.
Nach dem Abendessen wurde wieder eine ganze Weile gespielt, bis wir auf die Idee kamen, uns Gruselgeschichten zu erzählen. Vielleicht inspirierte uns jene schreckliche Musik, die aus dem Wald dröhnte und uns in einen Zustand der “Dauer-Gänsehaut” versetzte, dazu.. wer weiß?! Jedenfalls war auch hier die Abwechslung groß. Von leichten Happen über fast schon lustige Geschichten, bis hin zu wirklich spannend-gruseligen Sachen war alles dabei und man schaute schon mal vorsichtig hinter sich, als man sich auf den Weg ins Bett begab. *frechgrins*
Montag, 29.08.2002
Wie immer standen wir auch heute um ca. 09:00 Uhr auf. Hätten wir geahnt, was an diesem Tag alles auf uns zu kommen sollte, hätten wir uns gleich nach dem Frühstück wieder ins Bett gelegt.
Stattdessen ging gleich nach dem Frühstück Christoph unter die Dusche und kam leicht staunend zurück. Er verkündete uns, dass das Bad unter Wasser stände. Nach genauester Spurensuche, stand fest, Christoph war nicht der Übeltäter, der womöglich mit Hilfe des Duschkopfes das Bad reinigen wollte. *schmunzel*
Leider war es nicht so, denn die Tatsachen, die wir wenig später herausfanden, waren weniger lustig. Betätigte man die Dusche, fing das Klo zu gurgeln an und umgekehrt, wenn man die Klospülung in Gang setzte, spratzelte es aus dem Duschabfluss. *hmpf* Mittlerweile machte sich das Wasser auch im Schlafraum, der gleich angrenzend lag, breit. Nach langer Sucherei stand dann fest, es muss an den alten Rohren im Zusammenhang mit der Sickergrube liegen. Die erste Maßnahme bestand darin, all das aus dem Bad zu schaffen, was mittlerweile vom Wasser durchtränkt war (Teppiche usw.) und zum Trocknen aufzuhängen. Dann wurde alles weitgehend gesäubert und trockengelegt. Mehr konnten wir erst mal nicht machen.
Wir folgten also unserem Wochenplan und packten unsere Schwimmsachen, um an den Bostalsee zu fahren. Dort blieben wir einige Stunden. Während die einen munter im Wasser tollten, aalten sich die anderen in der Sonne.
Einer blieb immer bei den Sachen, denn sicher ist sicher und so packten wir am späten Nachmittag unsere sieben Sachen und brachen auf zur nächsten Station. Den Tretbooten. Das muss man einfach mal gemacht haben, um zu wissen, wie schweißtreibend das ist, wenn man das nun wirklich gar nicht gewöhnt ist. Trotzdem war es unheimlich spaßig und jeder wollte mal. Die, die zuerst strampelten waren froh eine Pause machen zu können und abgelöst zu werden und die, die sich anfangs gondeln ließen, hatten entdeckt, dass man mit diesen Plastikdingern glatt Rennen fahren kann. Als wahre Präzisionsarbeit erwies sich später das Einparken des jeweiligen Tretbootes. Ein wahrer Gaudi!
Doch leider erwartete uns “zu Hause” noch immer das hinterlistige Chaos. Die Rohre waren unverschämter Weise noch immer verstopft und machten sich nun auch im Waschbecken breit. Denn nachdem die Klospülung betätigt wurde konnte man auch in dessen Abfluss schon das Klopapier begutachten. Kein schöner Anblick. So baten wir den Nachbarn um Rat, der uns dann auch freundlicherweise hilfreich beiseite stand und die Rohre mit einer so genannten Schlange bearbeitete. Ein erster Erfolg war abzusehen, als das Waschbecken wieder verschont blieb und allgemein gesehen, das Wasser erst mal ablief. Doch nun streikte die Sickergrube. Unsere tapfere Mela erklärte sich bereit sie freizuschaufeln. *lob*
Nun war Arbeitsteilung gefragt. Mela schaufelte, einer spülte immer mal wieder auf Kommando ab, wieder ein anderer schaffte das Rausgeschaufelte weg, einer behielt das Bad im Auge und war bereit jederzeit Alarm zu schlagen und mindestens einer begleitete immer durchgehend Mela auf ihrem Leidensweg. Der Gestank war wirklich widerlich! Man möchte wirklich nicht erwähnen, was da alles raus kam. Dann endlich, der Abfluss und die Rohre schienen frei. Es funktionierte wieder. Mela holte sich erst mal die wohlverdiente Dusche.
Abends wurde dann gegrillt und wir bekamen wieder Besuch von einem Siebenschläfer, der sich unseren Ketchup schmecken ließ. Doch wurde ihm das scheinbar irgendwann zuviel und er tippelte weiter. War es seine Aufregung oder war er einfach nur frech und gut im Zielen? Jedenfalls ließ er bei seinem Abgang noch einen Küddel in Askyas Wassernapf plumpsen und war verschwunden. Hm.. als ob wir an dem Tag nicht schon genug mit dieser Materie zu tun gehabt hätten. *pf*
Doch sollte dies nur der Anfang der dritten Runde sein. Ab diesem Zeitpunkt fanden wir alltäglich kleine, braune Überreste der Siebenschläfer in Askyas Wasser. *grr*
Und nicht, dass ihr denkt, an diesem Abend wäre nichts mehr passiert…. neeeeeiinnn… es ging munter weiter. Denn beim Abwaschen des Geschirrs stellten wir fest, dass jetzt zwar die Rohre des Bades frei waren, dafür aber bei denen der Küche jetzt gar nichts mehr ging. So montierte Frank das U-Stück des Abflussrohres ab und stellte einen leeren Eimer darunter. Der sollte ab nun unser Küchenabwassersystem darstellen. Hinzu kam, dass sich der Boden im Schlafraum immer mehr verabschiedete und ab jetzt die Luftmatratzen und Schlafsäcke
so genau wie möglich platziert werden mussten. Aber keine Panik, es gab keinen Keller, in den wir hätten kullern können, wir hätten eben nur mal eben den Hintergarten besucht. *schiefgrins*
Aber soweit war es noch nicht. Denn bevor sich alle in ihr Schafgemach begeben konnten, musste Christoph mit Dani noch eine kleine Reise ins Trierer Brüderkrankenhaus antreten. Denn im Laufe des Tages war ihr rechtes Auge immer mehr geschwollen und tat weh. Da keine Besserung in Sicht war, Abmarsch ins Krankenhaus. Dort stellte sich heraus, dass es eine Bindehautentzündung war. Na prima! Diese wurde also nun täglich mit den verordneten Medikamenten versorgt und schon zwei Tage später war es so gut wie weg. Hinzu kam jedoch, dass auch Nadines Auge anzuschwellen begann und Mela wohl in irgendwas getreten sein musste, weil ihr die Fußsohle weh tat und sie dadurch nicht richtig auftreten konnte. Statt zum Arzt wollten die beiden lieber noch einen Tag abwarten.
Wirklich K.O. fielen alle in die verdiente Koje.
Dienstag, 30.07.2002
Heute war wieder ein sehr lustiger Tag. Wir standen etwas später auf und starteten gegen frühen Mittag nach Idar-Oberstein. Christoph fuhr mit den Mädels vor, da wir noch tanken mussten. Wenn ich nun erwähne, dass unser Auto ein Capriolet ist, könnt ihr euch wahrscheinlich
schon denken, was passiert ist. *grinst*
Auf jener Tankstelle entschied sich Frank dafür, den Deckel aufzumachen und höheren Fahrgenuss zu erreichen. Ich fuhr dann los und nicht lange
später meinte Frank, nachdem er nach oben geschaut hatte, wir müssten es wohl bald wieder schließen. Ich kam noch nicht ganz zum Zustimmen, als ich auf der Windschutzscheibe zwei dicke Tropfen erblickte. Hm.. dachte ich mir und suchte vergebens die Bäume, von denen sie hätten runtertropfen können. Vergebens, weil wir uns gerade in diesem Moment auf einer ziemlich großen, nicht begrünten Brücke befanden. Noch nicht ganz fertig mit Suchen und Grübeln (an nächster Stelle wäre Nachdenken gekommen *grins*) machte sich auf unseren Gesichtern der Ausdruck breit, den man auch bei einer Kuh, wenn es donnert, beobachten kann. Kurzum schien es so, als ob jemand gerade in diesem Moment ein Planschbecken über unseren Köpfen entleert hätte. Ein ordentlicher Platzregen, wie er im Buche steht. Von jetzt auf Gleich waren wir, das Auto und alles andere klatschnass. Reaktion: *öööhm*
Also hieß es erst mal eine geeignete Stelle finden, wo wir parken und das Verdeck wieder schließen konnten. Zum Glück mussten wir nicht all zu lange suchen. Das vorherige Duschen hätte man sich also ruhigen Gewissens sparen können. ![]()
Pitschepatschenass trafen wir dann auf die anderen, die uns auf einem Parkplatz erwarteten.. mit einem breiten Grinsen auf den Gesichtern. Sind sie nicht lieb? *schmunzel*
Kurz nachdem wir weiterfuhren hörte es dann auch auf zu regnen (das Verdeck blieb trotzdem zu) und nach gewohnter Sucherei fanden wir schließlich die Kaulberg-Edelstein-Mine.
Abgesehen davon, dass allein die direkte Umgebung der Mine unbeschreiblich schön war, waren wir auch völlig begeistert von jener Frau, die uns durch die Mine führte. Wenn jemand wirklich schön erzählen kann, bei dem das Zuhören auch Spaß macht, dann ist das sie. Natürlich waren wir auch von der Mine selbst absolut fasziniert. Überall und an jeder Ecke, in jeder Nische und in jedem Loch gab es wunderschöne Edelsteine zu entdecken. Solltet ihr mal dort hin fahren, was sehr empfehlenswert ist, dann achtet auch auf den so genannten “Palmengarten”. Egal, wie er zustande kam, er ist schlichtweg wunderschön anzusehen. Und wie könnte es anders sein, es versteht sich von selbst, wie verlockend diese vielen, kleinen und großen Glitzersteine waren. Dem konnte auch Mela kaum widerstehen und friemelte an so ziemlich jedem Stein herum, der ihr unter die Augen kam. Doch leider ohne Erfolg, jedoch für die Betrachter ein schrecklich lustiges Schaubild.
Nachdem wir die Mine verlassen hatten, mussten wir feststellen, dass Nadines Auge schlechter aussah und auch Melas Fuß mehr Beschwerden äußerte. Es stand eine Krisensitzung an, in der beschlossen wurde, dass höchstens bis zum Zurückkehren ins Camp weiter abgewartet werden sollte und dann ein bzw. zwei weitere Krankenhausbesuche offen standen. Weiter wurde auch mit den Mädels abgesprochen, was sie nun tun wollten, da noch der Besuch im Deutschen Edelsteinmuseum anstand. Würden sie dort noch hin wollen, oder lieber zurück nach Walhausen?
Einstimmig waren sie noch für den Besuch des Museums. Nicht ganz glücklich und doch recht nachdenklich stimmten wir dem zu und fuhren los. Jedoch wurde ganz klar festgelegt, dass, sollte sich keine Besserung erkennen lassen, ein Arzt auf der Matte stehen sollte. Also kamen wir wenig später im Deutschen Edelsteinmuseum an und waren reichlich gebannt von den vielen unterschiedlichen und einfach fantastisch aussehenden Steinen, sowie Dingen, die aus ihnen hergestellt waren. Sollte sich jemand für wirklich schönes interessieren, was einen doch schon mal ins Träumen geraten lassen kann, können wir dieses Museum nur empfehlen. Es lohnt sich wirklich. Und wem das Anschauen alleine nicht reicht, dem steht auch die Möglichkeit offen, kleine Edelsteine verschiedenster Art, Größe und Farbe für wenig Geld zu erwerben.
Gegen Abend traten wir die Heimreise in unser Camp an. Für das Abendessen war eigentlich gesorgt, doch meinten die Mädels, die 30 Fischstäbchen würden nicht reichen. Also kauften Frank und Mirja in Birkenfeld noch weitere 15 und waren gespannt, ob es die Mädels wirklich schaffen würden, satte 45 Fischstäbchen zu verputzen. Dazu sollte es Spinat und Kartoffelpüree geben. Während Mirja mit Kochen und Bruzeln beschäftigt war, deckten die Mädels den Tisch. Und wer hätte es gedacht?! Sie haben es geschafft. Wenn auch teilweise mit Mühe, aber Fischstäbchen waren weg. Und denen, die nicht so viele packten, griff Katrin unter die Arme und verspeiste somit ganze 15 Fischstäbchen. Dazu kommt natürlich je eine gute Portion der anderen beiden Beilagen. *Respekt* :
Den Abend ließen wir mit einem gemütlichen Beisammensein und netten Gemeinschaftsspielen ausklingen. Hier ereignete sich noch ein kleiner Trumpf. Denn Christoph verkündete, dass er bislang immer bei “4 gewinnt” gewonnen habe. An diesem Abend änderte sich dies, da Nora sich als erfolgreiche Spielerin entpuppte.
Leider zog ein Unwetter auf und setzte noch alles ordentlich unter Wasser. Als dann zusätzlich noch Sturmmeldungen für den Raum NRW, Rheinland-Pfalz und Saarland aktuell wurden, beschlossen wir, die Mädels im Haus schlafen zu lassen. Es begann also ein absolut chaotischer Umzug vom Zelt ins Haus, der nahe zu filmreif war und daher auch dokumentiert werden musste. In wenigen Augenblicken verwandelte sich das Haus in ein Labyrinth aus Taschen, Koffer, Schminkutensilien, Matratzen und Schlafzeug. Um dann doch noch irgendwie das Bad erreichbar zu lassen, wurde ein kleiner Trampelpfad eingebaut und jeder durfte sich notgezwungen im Bergsteigen versuchen. *grins*
Mirja versuchte (recht erfolglos) das Feuer im Kamin am Leben zu erhalten, während Frank und Christoph sich damit befassten, die Außenbeleuchtung, welche den Geist aufgegeben hatte, zu reparieren. Damit nicht genug, meinte doch auch die Notbeleuchtung (Mela`s Campinglampe), welche im Bad postiert war, sich den Machenschaften der Außenbeleuchtung anzuschließen. Als dann zumindest die wieder funktionierte (Lob an die Jungs), gab sich das nächste Problem zu erkennen. Die Wände des Hauses wurden undicht, was zur Folge hatte, dass eine der Matratzen im Nassen lag. Die wurde also etwas verschoben und Tücher wurden ausgelegt. Wenig später nur bemerkte Nadine, dass es auch im Schlafraum der Betreuer tropfte.. durch das Dach hindurch genau auf Franks Kopfkissen. Hm… Die Tücher wurden also wieder entfernt und Töpfe wurden aufgestellt. Einen Regenschirm brauchten wir allerdings noch nicht.
Mittwoch, 31.07.2002
Es sollte ein ruhiger Tag werden. Es fing damit an, dass alle erst mal gehörig ausschliefen und erst zwischen 10.00 und 11.00 Uhr aufstanden. Nach gemütlichem Fertigmachen und Frühstücken wanderten wir nach Hermeskeil aus (natürlich per Doka), um dort das Fugzeugmuseum zu besuchen. An der Kasse entdeckte Mela eine eklige, seltsam rote Zecke an Franks Nacken, die Mirja dann kurzerhand raus rupfte (sogar komplett *staun*, wo sie sich das doch sonst eigentlich nur bei Pferden traut).
Wir betraten das Museum und .. eines Fliegers Herzen wird dort auf jeden Fall höher schlagen. Vom ausgestellten Motor, über Hubschrauber und Kleinflugzeuge bis hin zu Kampfjets war alles vorhanden. Und selbst dazwischen gab es noch allerhand andere Flugobjekte zu bestaunen. Einige der Maschinen waren auch betretbar, andere nur von außen zu besichtigen. Fakt jedoch ist, dass es allen gut gefiel und wir gar nicht wirklich mitbekamen, wie schnell die Zeit verging.
Natürlich wurden wieder viele Fotos gemacht und alles per Kamera verfolgt und festgehalten. Der Höhepunkt allerdings war, als Melanie sich an einer Flugzeugspitze (Hai) festklammerte und somit einen unheimlich lustigen Anblick bot. Doch überbot sie sich noch selbst, als sie dann wieder runterhüpfte und humpelnder Weise wie auf Kommando (Leckerli) auf uns zu geflitzt kam. Eine Augenweide! Und das Gelächter war groß. Zum guten Schluss gab es noch ein feines Gruppenbild und nach etwa vier Stunden im Hermeskeiler Flugzeugmuseum freuten wir uns auf unser Mittagessen, welches diesmal von Christoph gezaubert wurde. Bevor jedoch die Vorbereitungen tatsächlich begannen, entschlossen wir uns dazu, dass
Christoph erst mit Melanie ins Krankenhaus nach Brikenfeld fahren solle, damit ein Arzt ihren Fuß untersuchen könne. Gesagt, getan. In der Zwischenzeit schnitten die Mädels das Fleisch in Streifen und kreierten somit ein wunderbar mageres Geschnetzeltes, welches Mirja dann mit Hingabe begann zu würzen. Kurz darauf trudelten auch wieder Christoph und die viel zu blasse Melanie wieder bei uns ein. Nachdem uns von dem Krankenhausbesuch berichtet wurde, musste jeder erst mal an ein Horrorkabinett denken, bevor Christoph sich ans Kochen begab. Melanie ging es wirklich nicht gut und der Arzt hatte wohl alles erdenklich mögliche dazugetan, um dies zu unterstützen. Wenn wir auch sonst sehr im Positiven vom Birkenfelder Krankenhaus überzeugt sind, war weder die Behandlung selbst, noch das Verhalten jenes Arztes, der Melanie versorgte, lobenswert. Hatten wir uns doch eine Verbesserung erhofft! Doch ganz im Gegenteil waren wir eines schlechten Gewissens Mela dorthin gebracht zu haben. Denn besser wurde es sicherlich nicht, was eine lange Nachbehandlung mit sich brachte. *daumen runter*
Doch zum Glück gab es kurz darauf Christophs Geschnetzeltes mit Reis und Soße, was richtig lecker war und die Stimmung wieder um einiges anhob. (Muss man mal probiert haben!)
In der Nacht stand dann Dani vor uns und verkündete, dass Mela zum Opfer einer Zecke geworden war. Der reichlich verpeilte Frank machte sich auf den Weg, sie aus dieser Misere zu befreien. Als er dann die Zecke entfernt hatte, man entschuldige ihn wegen seiner Müdigkeit, warf er sie irgendwo zur Seite und stapfte wieder in sein Schlafgemach. Es war alles andere, aber sicherlich keine ruhige Nacht. Denn fortan waren so ziemlich alle, bis auf Christoph und Mirja, damit beschäftigt jene Zecke zu suchen. Frank entwickelte eine Phobie und meinte sie überall krabbeln zu spüren, die Mädels handhabten es nicht viel anders und dementsprechend war was los.
Donnerstag, den 01.08.2002
Wir ließen erst ziemlich spät den Tag beginnen. Nach den Strapazen am Vorabend (Mela`s Fuß und die darauf folgende Aufregung) ließen wir die Mädels wirklich extrem lange ausschlafen, was dazu führte, dass es erst gegen 14.00 Uhr Frühstück gab. Anschließend fuhren Frank und Mirja wieder nach Birkenfeld einige wichtige Dinge einkaufen. Bis dahin hatten die Mädels zusammen mit Christoph damit begonnen, das Camp schon mal grob aufzuräumen und die Sachen zu packen, die nicht mehr gebraucht werden sollten. Dann waren alle regelrecht euphorischer Vorfreude auf den Besuch der Sommerrodelbahn bei Otzenhausen. Nachdem wir sie gefunden, geparkt und die Fahrkarten gekauft hatten, begaben wir uns zum Sessellift, um der rasanten Abfahrt etwas näher zu kommen. Natürlich konnte der nächste Lacher nicht lange auf sich warten lassen. Und der offenbarte sich dann folgendermaßen: Katrin und Nora schwangen sich zusammen in einen Lift und starteten die ruhige Auffahrt, als sich Melanie und Dani ebenfalls zu ihrem Lift begaben. Hierbei schauten sie den anderen beiden nach und Dani konnte vor Lachen kaum mehr stehen, als sie lautstark jedermann darauf aufmerksam machte, dass die Unterhosen der beiden anderen gut sichtbar waren. Demnach war die gesamte, nun aufblickende, Warteschlange mehr als nur am breit grinsen. Oben angekommen verging uns jedoch bald wieder das Lachen, als die ewig lange Warteschlange, die kaum voran kam, sichtbar wurde. Über zwei langweilige Stunden verbrachten wir innerhalb dieser Schlange und wussten kaum die Zeit totzuschlagen. Mittlerweile hatten wir auch eine andere Jugendgruppe (Turnverein) kennen gelernt und konnten uns so gegenseitig das Warten etwas mit netter Kommunikation vertreiben. Dennoch hat sich die stundenlange Warterei kaum gelohnt, wenn man bedenkt, wie schnell dann die Abfahrt gelaufen war. Über zwei Stunden Warten für wenige Minuten rodeln. Hinzu kam, dass an der Kasse kein Hinweis darauf gegeben wurde, wie lange man anstehen müsse, um endlich dran zu kommen. Dadurch hatten wir viel zu viele Karten gekauft, die dann gar nicht mehr eingelöst werden konnten, weil die Bahnkurz darauf in den Feierabend ging. *blöd*
Na ja. Wir ließen uns die Laune nicht vermiesen und fuhren weiter nach Neubrücke, um dort ins Kino zu gehen. Ausgewählt hatten wir uns den Film “MIB II.”, der sich als recht witzig erwies. Wenn auch nicht ganz so genial, wie der erste Teil, kann man ihn sich gut ansehen und sich auch auf einige Lacher freuen.
Anschließend trieb uns aber der Hunger wieder zurück ins Camp. Mirja brachte dann Spaghetti Bolognese auf den Tisch, welche sich als “geschmacksnervenverbrenndend-scharf” herausstellten und wohl jeden zum Schwitzen und nahezu zum Feuerspucken brachte. Wahrscheinlich hielt nur der Dauerregen davon ab. Das kleine Haus wurde zum Glück nicht davon gespült, hörte aber auch nicht auf, munter undicht zu sein. So blieben die Töpfe brav stehen und trugen zu einer “wunderbaren” Geräuschkulisse bei. Tap..tap..tap…tap…tap…
Freitag, 02.08.2002
Der Tag der Abreise war gekommen. Nachdem wir gegen 09.00 Uhr aufgestanden waren und gefrühstückt hatten, begannen die Aufräumarbeiten rund ums Haus. Unsere Chaosbude wurde wieder ansehlich und pickobello sauber. Nadine und Mirja machten sich daran, die Kohte wieder abzubauen und trocknen zu lassen, um sie dann Blatt für Blatt wieder falten und einpacken zu können. Nora übernahm das Filmen und stellte sozusagen eine “Gebrauchsanweisung mit Bild und Ton” auf die Beine. *grins*
Christoph bemühte sich, all die tausend Sachen wieder irgendwie in den Doka gequetscht zu bekommen, bevor dann endgültig das Haus besenrein und verriegelt wurde. Der gesamten Gruppe fiel der Abschied schon ein wenig schwer, was aber andererseits darauf schließen ließ, dass es allen doch ganz gut gefallen hatte. Und auch wir Betreuer waren super zufrieden (abgesehen von den mehr oder minder vielen kleinen Mistakes, die aber auch Gutes Mittel gegen Langeweile darstellten *g*) und freuen uns auf die nächste Fahrt zusammen mit dem JRK-Konz!